Titel: Ueber die Verwendung der Malzkeime in der Preſshefenfabrikation.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 251/Miszelle 8 (S. 287–288)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj251/mi251mi06_8

Ueber die Verwendung der Malzkeime in der Preſshefenfabrikation.

Wie L. Hayduck in der Zeitschrift für Spiritusindustrie, 1883 S. 981 berichtet, können Malzkeime in Folge ihres hohen Gehaltes an Amidstickstoff vortheilhafte Verwendung in der Hefenfabrikation finden.

100g Malzkeime wurden z.B. ungefähr ½ Stunde lang mit Wasser gekocht, in dem Filtrate 100g Zucker aufgelöst und die Flüssigkeit zu 1l aufgefüllt. Hierzu wurden 10g Preſshefe (Wassergehalt 78,35 Proc.) gegeben und die Mischung bei 17,50 zur Gährung angestellt. Der Stickstoffgehalt der Versuchsflüssigkeit betrug vor der Gährung 0,0947, nach der Gährung 0,0474 Proc. Von dem in Lösung befindlichen Stickstoffe wurden demnach von der Hefe 50,0 Proc. assimilirt. Das Gewicht der Hefe betrug nach der Gährung 39g,7, also das Gewicht der neu gebildeten Hefe 29g,7 (Wassergehalt 79,7 Proc).

Die Verwendung der Malzkeime in der Preſshefenfabrikation wird sich am einfachsten in der Weise ausführen lassen, daſs zu der concentrirten, im Gährbottiche befindlichen Maische die Abkochung von Malzkeimen in solcher Menge zugesetzt wird, bis der gewünschte Verdünnungsgrad der Maische erreicht ist. Eine vorhergehende Trennung der Flüssigkeit von den ausgekochten Malzkeimen |288| wird jedoch nicht umgangen werden können, weil die faserigen und leichten Malzkeime eine Decke bilden und leicht den Hefenauftrieb hindern können.

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