Titel: Nachweis von Kohlenwasserstoffen in den Fetten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 251/Miszelle 8 (S. 335)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj251/mi251mi07_8

Nachweis von Kohlenwasserstoffen in den Fetten.

Zur Bestimmung von Mineralölen, Paraffin u. dgl. in Handelsfetten werden nach F. Nitsche (Seifenfabrikant, 1883 S. 565) 10g des zu untersuchenden Fettes mit 7g Natronlauge von 380 B. und 30g 90 bis 96 procentigern Alkohole im Wasserbade bis zum beginnenden Sieden des Alkoholes erwärmt und nun langsam 40g Glycerin von 280 B. hinzugefügt. Zu der Seifenlösung, welche bei Gegenwart irgend bedeutenderer Mengen von Kohlenwasserstoffen stets trübe ist, werden 10cc rückstandfreies Benzin zugesetzt und kräftig durchgeschüttelt. Das Benzin nimmt die Kohlenwasserstoffe auf und trennt sich von der Seifenlösung leicht und vollständig, da letztere in Folge des Glycerinzusatzes auch bei gewöhnlicher Temperatur nicht mehr erstarrt. Beim Verdunsten der Benzinlösung bleibt das Mineralöl zurück. – Zur quantitativen Bestimmung ist es genauer, 10g des Fettes zu verseifen, die Fettsäure abzuscheiden, zu titriren und die Menge des verbrauchten Alkalis mit jener zu vergleichen, welche die aus der mit Benzin gewaschenen Glycerinseife durch Zersetzen mit Schwefelsäure und Kochen erhaltene Fettsäure verlangt.

Diese Probe ist auch anwendbar, um Stearinkerzen und Kerzenmaterial auf das Vorhandensein von Paraffin, Ceresin, Mineralwachs u. dgl. zu prüfen, und hat dieselbe den Vortheil, derartige Zusätze beim Abdampfen des Benzins unverändert zurückzulassen, so daſs dieselben auf ihre physikalischen und chemischen Eigenschaften untersucht werden können. Die in Extractions-Knochenfetten des Handels vorhandenen schweren Oele können nach dieser Methode ihrer Menge und Beschaffenheit nach erkannt werden.

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