Titel: Beiträge zur Azotometerie.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 251/Miszelle 10 (S. 384)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj251/mi251mi08_10

Beiträge zur Azotometerie.

Um bei der Stickstoffbestimmung in salpetersauren Salzen und Düngermischungen mit Eisenchlorür und Messen des gebildeten Stickoxydes das Zurücksteigen in den Zersetzungskolben zu vermeiden, läſst Müntz einen Strom von Kohlensäure durchgehen und diese durch Einführen einer kleinen Menge concentrirter Natronlauge absorbiren. Da hierbei die Bildung von Natriumcarbonat das Ablesen erschwert, so schlägt C. Mohr in der Zeitschrift für analytische Chemie, 1884 S. 26 vor, statt dessen die Bürette mit einer Natronlauge von 1,2 Eigengewicht zu füllen.

Für kleinere Laboratorien empfiehlt er folgendes Verfahren: Von dem zu untersuchenden Ammoniaksalz wird, wenn es annähernd rein ist, eine 2 procentige Lösung hergestellt; von Düngermischungen werden 5 oder 10g auf 100cc genommen. Mit dieser Lösung wird eine graduirte Pipette von 10cc Inhalt, an deren unterem Theile sich ein kleiner Gashahn mit Ausfluſsspitze befindet, angefüllt. Eine 150cc haltende Zersetzungsflasche erhält 50cc einer Lösung von Brom in Aetznatron; die Flasche wird mit einem doppelt durchbohrten Kautschuckstopfen verschlossen und durch die eine Oeffnung die eben genannte Pipette eingefügt, durch die andere eine als Abzugsröhre dienende Glasröhre gesteckt. Letztere wird durch eine Hand lange Kautschukröhre mit der oben beschriebenen Gasbürette mit Hahn und Wasserfüllung in Verbindung gesetzt. Das Einfügen eines Kautschukrohres ist aus dem Grunde nöthig, weil man nach der Zersetzung die Flasche schütteln muſs, um das absorbirte Stickstoffgas zu entwickeln. Nach Herrichtung der Gasbürette und Einstellen der Pipette öffnet man vorsichtig den Hahn und läſst tropfenweise bis auf 10cc auslaufen. Die Gasentwickelung erfolgt ganz ruhig und auch ohne merkliche Erwärmung. Nach Ablauf der 10cc Ammoniaklösung schüttelt man reichlich. Alles Andere ist bekannt.

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