Titel: M. Heimann's Verfahren zur Herstellung gemusterter Walzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 251/Miszelle 3 (S. 381–382)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj251/mi251mi08_3

M. Heimann's Verfahren zur Herstellung gemusterter Walzen.

Bei der Herstellung von gemusterten Walzen, welche zum Prägen oder Pressen von Geweben, Papier, Leder o. dgl. dienen sollen, wird nach Moses Heimann in Berlin (* D. R. P. Kl. 8 Nr. 21338 vom 15. April 1882) das sich immer wiederholende Muster auf eine Platte gravirt, diese dann durch Guſs in Bronze oder Messing vervielfältigt, die gewonnenen einzelnen Guſsplatten gebogen und dann auf einer platten Walze zusammengestellt und befestigt. Da die Platten durch das Biegen sich auf der äuſseren gemusterten Fläche ebenso viel verlängern, als sie auf der inneren glatten Fläche kürzer werden, so muſs die Bestimmung der Plattenlänge auf einen etwas gröſseren Durchmesser als den der glatten Walze erfolgen und bei der Zeichnung des Musters auf die Verlängerung Rücksicht genommen werden.

Nachdem die gegossenen Platten auf der Musterseite sauber nachgearbeitet |382| sind, werden dieselben in erhitztem Zustande auf einem Cylinder mit Rändern, welche die Platten gegen ein Schieflegen sichern, mit einem Holzhammer gebogen. Dabei müssen die Platten oft ausgeglüht werden, damit keine Spannung in denselben entsteht. Hierauf werden die Platten zuerst in einem halben Hohlcylinder vom Durchmesser gleich dem äuſseren Durchmesser der fertigen Musterwalze ausgerichtet und an den Langseiten genau auf den Theil des Umfanges, welchen sie bei gutem dichtem Aneinanderliegen auf der Walze einnehmen, abgefräst und sodann die auf einem Umfange zusammengelegten Platten in zwei solchen zusammengeschraubten halben Hohlcylinder ausgedreht und an den Seiten auf die erforderliche Länge abgedreht. Die auf diese Weise vollkommen gleich erhaltenen Platten werden schlieſslich auf der dafür zuvor eingetheilten glatten Walze mit Schrauben oder Nieten befestigt.

Bei anderen Walzen, welche zum Pressen und gleichzeitigen Schneiden von Streifen aus Gewebe, Leder, Papier o. dgl. bestimmt sind, werden die so gewonnenen Musterplatten auf der glatten Walze durch die Stahlschneiden, die gerade oder auch beliebige gezierte Form haben können, gehalten und befestigt (vgl. * D. R. P. Kl. 8 Nr. 23793 vom 22. December 1882). Dabei können die Musterplatten auch cylindrisch gegossen und dann auf entsprechende Stärke und Breite bearbeitet werden.

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