Titel: Theorie der Gypshärtung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 251/Miszelle 6 (S. 383)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj251/mi251mi08_6

Theorie der Gypshärtung.

Nach H. Le Chatelier (Comptes rendus, 1883 Bd. 96 S. 707 u. 1668) verliert Gyps beim Erhitzen auf 150° nur 1,5 Mol. Krystallwasser und enthält dann somit nur noch 1,5 Mol. In diesem Zustande ist er besonders geneigt, übersättigte Lösungen zu bilden, aus denen sich sogleich Gypskrystalle absetzen. Wird demnach gebrannter Gyps mit Wasser angerührt, so lösen sich die einzelnen Theile auf, bilden übersättigte Lösungen, aus denen sich sofort Krystalle von CaSO4.2H2O abscheiden. So lange noch entwässertes Calciumsulfat vorhanden ist, dauert diese Lösung und Krystallisation fort, bis schlieſslich das Ganze zu einer festen Krystallmasse erstarrt ist. Auch der in Dampfkesseln abgesetzte Kesselstein (vgl. F. Fischer 1874 212 215), dessen Zusammensetzung der Formel 2CaSO4.H2O entspricht, erhärtet, wenn er fein gepulvert mit Wasser versetzt wird, nur viel langsamer als gebrannter Gyps, da letzterer weit poröser ist.

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