Titel: Zur Bestimmung der Weinsteinsäure im Weine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 251/Miszelle 9 (S. 383–384)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj251/mi251mi08_9

Zur Bestimmung der Weinsteinsäure im Weine.

R. Kayser macht in der Zeitschrift für analytische Chemie, 1884 S. 28 darauf aufmerksam, daſs alle Verfahren zur Bestimmung der Weinsäure durch Ausscheidung derselben mittels Alkohol als Weinstein und nachfolgendem Titriren wegen Nichtberücksichtigung des mit ausgeschiedenen weinsauren Calciums falsche Resultate geben, wie folgende Beispiele zeigen: Die Zahlen beziehen sich auf Gramm in 100cc und auf Bestimmungen der Weinstein säure nach Berthelot-Fleurieu (vgl. 1864 171 217):

|384|
CaO C4H6O6 C4H6O6
Dürkheimer 1880 er gab: 0,0098 und 0,033 Verlust: 0,026
Bordeaux 0,010 0,129 0,027
Desgleichen 1869 er 0,013 Spur 0,035
Desgleichen 0,012 0,036 0,032
Desgleichen 0,012 0,042 0,032
Desgleichen 0,007 0,085 0,019
Hochheimer 1879 er 0,009 0,072 0,024
Frankenwein 0,017 0,105 0,046
Toskaner 0,007 0,024 0,019
Desgleichen 0,008 0,027 0,021
Desgleichen 0,008 0,029 0,021
Neustädter 0,022 0,120 0,059
Pfälzer 0,014 0,256 0,037
Desgleichen 0,016 0,120 0,043

Somit werden nach dem Verfahren von Berthelot-Fleurieu nur Spuren von Weinsteinsäure gefunden, während in Wirklichkeit 0g,035 vorhanden sind. Der Fehler wird bei älteren Weinen mit geringem Weinsteinsäuregehalt procentualisch immer gröſser. Es ist sonach bei den angeführten Bestimmungsmethoden stets der Kalkgehalt in Betracht zu ziehen und die demselben äquivalente Weinsteinsäuremenge der titrimetrisch gefundenen hinzuzufügen (vgl. Neßler 1883 249 311).

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