Titel: Egger's elektrischer Meldeapparat für Temperaturerhöhungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 251/Miszelle 4 (S. 469)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj251/mi251mi10_4

Egger's elektrischer Meldeapparat für Temperaturerhöhungen.

Die Ueberwachung der Temperatur in Trockenräumen u. dgl. erleichtert der selbstthätige elektrische Melder von B. Egger in Wien, welcher, von dessen Feuermelder (1882 245 410) wesentlich abweichend, wie andere verwandte Apparate (vgl. S. 165 d. Bd.) eine Art Luftthermoskop enthält, das bei steigender Temperatur die Schlieſsung eines elektrischen Stromes veranlaſst. In jedem der zu überwachenden Räume werden je nach der Ausdehnung desselben ein oder mehrere Thermoskope an der Wand und nahe der Decke angebracht. Von jedem Räume führt ein isolirter Draht in das Wachzimmer, wo sich auch der dazu gehörige Wecker und die Batterie befinden. Ein gemeinsamer Rückleitungsdraht verbindet auſserdem sämmtliche Thermoskope mit dem einen Pole der Batterie. Das Thermoskop besteht aus einem dünnwandigen cylindrischen, oben und unten abgerundeten Glasgefäſse; ein eingeschmolzenes Thermometerrohr, beiderseits offen, reicht bis nahe an den Boden des ersteren; im Boden ist ein Platindraht eingeschmolzen und mit der Batterie verbunden. Der untere etwas verjüngte Theil des Thermoskopes ist mit Quecksilber gefüllt, wodurch die im Glasgefäſse enthaltene Luft dicht von der umgebenden Atmosphäre abgeschlossen wird. Von oben herab reicht ein Platindraht in das Thermometerrohr herein, welcher, mit einem Schlitten in Verbindung, längs einer Gradskala verschoben werden kann.

Dehnt sich in Folge von Temperaturerhöhung der eingeschlossene Luftkörper aus, so muſs das Quecksilber in der Röhre steigen und, sobald es den Platindraht erreicht, Batterieschluſs herstellen. Die Höhen, welche das Quecksilber im Rohre bei den verschiedenen Temperaturen der Auſsenluft erreicht, sind durch Versuche bestimmt und auf der Skala verzeichnet.

Im Empfänger enden die von den einzelnen Thermoskopen kommenden Drähte in schmale Metallfedern, welche in einer Reihe neben einander auf einer um einen excentrischen Zapfen drehbaren Messingstange aufliegen. Die Messingstange ist durch den Wecker mit. dem zweiten Batteriepole verbunden. Sobald eines der Thermoskope zwischen seiner Zuleitung und der Rückleitung elektrischen Schluſs herstellt, ertönt der Wecker. Um zu bestimmen, in welchem Räume die Temperatur die normale Höhe überschritten hat, dreht man die Messingstange mit ihrem Griffe so, daſs die Contactfedern auſser Berührung mit ihr gebracht werden und der Wecker zu läuten aufhören muſs. Ein schlitten-artig verschiebbarer Zeiger, dessen federnde metallische Verlängerung nicht breiter ist als eine Contactfeder, wird nun längs der Federn hingeführt und kann so jede einzeln mit der Führungsschiene bezieh. der Batterie elektrisch verbinden; sobald der Schlitten jene Feder trifft, deren zugehöriges Thermoskop Schluſs herstellt, beginnt der Wecker neuerdings zu läuten. (Nach der Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 1884 * S. 36.)

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