Titel: Verfahren zur Herstellung von Lothmetall von F. Haenle in München.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 251/Miszelle 4 (S. 559)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj251/mi251mi12_4

Verfahren zur Herstellung von Lothmetall von F. Haenle in München.

Das Verfahren (D. R. P. Kl. 7 Nr. 24458 vom 28. December 1882) bezweckt die Herstellung von Lothmetall für die Goldschläger, um angeblich die Benutzung der bis jetzt angewendeten Pergamentblätter überflüssig zu machen. Es beruht auf der Beobachtung, daſs nicht fertig gezainte, unmittelbar aus der Beize kommende Metallblätter mit Blättern, welche sich bereits in einem weiteren Zustande der Zainung befinden, sich unter der Einwirkung des Hammers nicht mehr vereinigen, sondern von diesen ganz ähnlich wie die Pergamentglätter stets getrennt gehalten werden.

Demgemäſs geht Haenle in folgender Weise vor: Die ganzen Blätter, wie sie als fertig gezaint vom Hammer kommen, werden nochmals in dem Glühofen geglüht, alsdann am zweckmäſsigsten der Länge nach in der Mitte durchgeschnitten und die so gewonnenen Hälften zwischen ganze Blätter gelegt, Welche, noch nicht fertig gezaint, direkt aus der Beize kommen. Es werden alsdann Schläge zusammengesetzt, bei welchen immer ein halbes „fertig gezaintes“ Blatt mit einem halb gezainten, direkt aus der Beize genommenen ganzen Blatte abwechselt; diese Schläge werden wiederum unter den Zainhammer gebracht und dann so lange unter demselben bearbeitet, bis die halben Blätter so dünn geschlagen sind, daſs sie als Lothmetall, auf die übliche Gröſse zugeschnitten, dem Goldschläger unmittelbar geliefert werden können. Die halb gezainten gebeizten Blätter, welche den ganz gezainten als Zwischenlage gedient haben, sind nach diesem Prozesse „fertig gezaintes“ Metall; sie werden alsdann ihrerseits geglüht, getheilt und zwischen halb gezainten, gebeizten blättern unter dem Zainhammer für den Goldschläger fertig gemacht.

Der Ersatz der Pergamentblätter durch Metallblätter der erwähnten Art hat den weiteren Vortheil, daſs diese nicht wie jene starr und zähe sind und sich unter den Schlägen des Hammers nicht dehnen, sondern im Gegentheile sich nach Maſsgabe des Fortschreitens des Hämmerns mit ihrer Einlage ausdehnen, die Streckung der letzteren dadurch befördern und auch zu einer gleichmäſsigeren machen. Durch das letzte Hämmern von Metall auf Metall erhalten auch die Lothe ein glänzendes, polirtes Aussehen, während die zwischen Pergament geschlagenen Blätter matt sind.

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