Titel: Tilghman's Sandgebläse zum Schärfen von Feilen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252 (S. 58–59)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/ar252017

Tilghman's Verfahren zum Schärfen von Feilen mittels Sandstrahlgebläses.

Mit Abbildungen auf Tafel 5.

Es ist in diesem Journal des von der Wiener Weltausstellung her bekannten Verfahrens zum Mattiren von Glas, sowie seiner späteren Entwickelung und übertragenen Anwendung für andere Zwecke schon |59| mehrmals gedacht worden.1) Im Anschlüsse daran ist in Fig. 11 und 12 Taf. 5 nach Engineering, 1883 Bd. 35 S. 505 die von der Tilghman Sand Blast Company in Sheffield benutzte Düse (vgl. 1880 236 258) gezeichnet, wie sie eigens für die Vollendung neuer und Schärfung alter Feilen bestimmt ist und durch die Erzeugung eines flachen, dünnen Strahles sich auszeichnet. Die Düse besteht aus einem Guſsstücke aus Kanonenmetall a, welches mittels Schraubengewinde in dem cylindrischen Ansätze mit dem Dampfzuleitungsrohre vereinigt wird. An a ist ein zweites Guſsstück b angeschraubt, welches einen zweifachen Zweck erfüllt: Erzeugung eines flachen, feinen Dampfstrahles und Zuführung des angesaugten Sandschlammes. Mit der Achse des Dampfzuleitungsrohres parallel ist in dem Guſsstücke eine Reihe von 4mm weiten Löchern in mittleren Entfernungen von 6mm ausgearbeitet. Auf etwa 4mm Länge sind diese Löcher cylindrisch; dann erweitern sie sich gegen den Hohlraum der Düse. Mittels Bügel e und Druckschraube ist das Hartguſsstück c an b befestigt. Der flache Dampfstrahl durchströmt mit groſser Geschwindigkeit den Apparat und saugt dabei durch das Rohr i und die Kammer h Sandschlamm aus dem in der Nähe aufgestellten Behälter nach. In dem prismatischen Sammelkasten ist ein auf die kleinere Basis aufgestellter Kegel, dessen Zweck aus folgendem erhellt. Das Blasen erfolgt in einen geschlossenen Raum hinein, wobei die zu schärfende Feile an der Mündung der Düse angehalten wird. Der mit condensirtem Dampf gemischte Sandschlamm wird von einer schiefen Ebene aufgefangen und durch den erwähnten Kegelstutzen in den Sandbehälter zurückgeleitet, während der nicht condensirte Dampf durch eine oben am Kasten angebrachte Oeffnung entweicht. Der zum Blasen geeignete Sand hat eine durch Versuche zu erprobende Feinheit; ist er zu fein, so dauert die Arbeit zu lange; ist er grob, so ist der Angriff ein zu scharfer. Die genügende Behandlung der Feile wird an dem Verhalten eines kleinen Messingstückchens von 12 bis 15mm Länge und 5mm Dicke und Breite erkannt; an der ungeschärften Feile gleitet es bei einem Neigungswinkel von 22 bis 24° herab, mit zunehmender Anschärfung wächst dieser Winkel und bei 42° kann die Arbeit als vollendet betrachtet werden.

In Fig. 13 Taf. 5 ist eine abgeänderte Gestalt der Düse gezeichnet und in Fig. 14 ein Apparat zum Schleifen kleiner Gegenstände abgebildet. Die zu bearbeitenden Stücke werden in die innere Kammer a eingetragen; durch das centrale Rohr b wird gepreſste Luft durchgeleitet. Bei entsprechender Geschwindigkeit des Luftstrahles wird Sand mitgerissen und schleift die ausgesetzten Gegenstände. Nach Berührung mit dem Gegenstande fällt der Sand zurück, der übrige tritt durch den durchlochten Deckel und fällt in der äuſseren Kammer herab, während die Luft durch das Rohr c entweicht.

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Mattiren, Putzen u. dgl. 1874 212 * 14. 524. 1879 233 311. 1880 237 77. 303. 1881 241 197. Schärfen 1879 231 * 25. 1880 236 258. 1883 248 86.

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