Titel: G. Daimler's Reibungskuppelung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252 (S. 269–270)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/ar252096

G. Daimler's Reibungskuppelung.

Mit Abbildungen auf Tafel 21.

Eine Reibungskuppelung, welche sich von ähnlichen Ausführungen dadurch unterscheidet, daſs die Reibungsflächen beim Schlüsse der Kuppelung nicht beliebig festgeklemmt werden können, sondern nur eine zur Uebertragung der verlangten Kraft hinreichende Anpressung durch eine starke Blattfeder empfangen, ist von G. Daimler in Cannstatt (* D. R. P. |270| Kl. 47 Nr. 26007 vom 30. März 1883) angegeben. Es wird hierdurch vermieden, daſs durch zu starkes Anspannen die Reibungskuppelung ihren Zweck verfehlt und zu einer festen wird, was bei anderen direkt anzupressenden Kuppelungen leicht eintreten kann, auch bei Einschaltung elastischer Zwischenglieder, wie solche z.B. als Schraubenfedern bei der E. Möller'schen Kuppelung verwendet sind (vgl. 1884 251 * 526).

Die Reibungskörper a und b (Fig. 12 und 13 Taf. 21) sind auf den Wellen c und e fest aufgekeilt. Die stark gespannte Feder d wird durch die Zugstange f gefaſst; letztere ist mittels des Keiles g mit dem Ringe h verbunden und gestattet der den Keil durchlassende Schlitz der Welle e eine geringe Achsialbewegung des Ringes h und der Zugstange f. Ein anderer Ring i ist auf die Welle e so aufgeschoben, daſs derselbe sich weder verrücken, noch drehen kann. Die Gleitplatten k und l sind lose auf der Welle e; sie haben den Druck der Hebel m und n während des Ausrückens aufzunehmen und gleiten auf den Ringen h und i. Die Hebel m und n lassen sich durch die Spindel o und die Kurbel p gegen einander bewegen und drehen sich um die Zapfen q und r.

Die Figur 12 zeigt die Kuppelung eingerückt; hierbei drückt die Feder d die beiden Reibungskörper derart in einander, daſs der getriebene Theil sicher mitgenommen wird. Die Hebel m und n sind auſser Berührung mit irgend einem getriebenen Theile. Beim Ausrücken wird die Feder d durch entsprechende Drehung der Spindel o flachgedrückt und mehr gespannt; sie rückt von der Welle c ab, bis der Hebel m auf der Rippe s aufsitzt. Bei weiterem Anziehen der Spindel o wird der Reibungskörper b sammt der Welle e durch den Hebel n verschoben und somit ausgerückt. Der Druck der Hebel m und n bremst zugleich die ausgerückte Welle und bringt dieselbe dadurch rascher zum Stillstande.

In Fig. 11 ist diese Kuppelung mit einem verschiebbaren Reibungskörper statt mit einer verschiebbaren Welle dargestellt; hier sind die Haupttheile dieselben wie bei der ersten Einrichtung und mit denselben Buchstaben bezeichnet, nur wirkt die Spannvorrichtung umgekehrt.

Die beschriebene Federkuppelung kann auch da Anwendung finden, wo es sich darum handelt, nur ein bestimmtes Maſs von Arbeit auf einen Wellenstrang abzugeben, z.B. bei Kraftvermiethungsanstalten.

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