Titel: Challiot und Gratiot's Biradialbohrmaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252 (S. 457–458)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/ar252172

Challiot und Gratiot's Biradialbohrmaschine.

Mit Abbildung auf Tafel 34.

Dem äuſseren Ansehen nach unterscheidet sich die in Armangand's Publication industrielle, 1884 Bd. 29 S. 313 beschriebene Radialbohrmaschine von den gewöhnlichen Constructionen in der Ausführung des radialen Armes, welche Abweichung aus dem Bestreben nach rascher Einstellung |458| des Bohrers hervorging. Der Ausleger, welcher am äuſseren Ende den um eine wagerechte Achse drehbaren Bohrapparat trägt, setzt sich aus zwei durch ein kräftiges Gelenk verbundenen Armen zusammen, daher die Bezeichnung „Biradialbohrmaschine“. Diese Anordnung gestattet die Drehung des Bohrapparates um zwei lothrechte und eine wagerechte Achse. Als Ganzes ist nämlich der Ausleger in gewöhnlicher Weise um das säulenförmig gebildete Maschinengestell drehbar, wodurch dem Bohrer ein Wirkungskreis vom Radius gleich der Armlänge zugewiesen wird. Die Art und Weise, wie der Bohrer auf irgend einen Ort innerhalb dieses Kreises eingestellt wird, unterscheidet sich wesentlich von den üblichen Ausführungen mit Schlittenführung und Schraubenbewegung. Der Arm wird bei der Feststellung des Bohrers über einem Körnergrübchen o. dgl. knieartig eingebogen, wodurch der Bohrer nach Bedarf gegen die Säule hin vorrückt. Dabei hat man bloſs eine oder zwei Schrauben zu lüften oder anzuziehen, je nachdem die Reibung in den Gelenken vor und nach dem Verstellen des Armes vermindert oder vergröſsert werden soll. Für andere Bohrrichtungen, als die in lothrechtem Sinne, ist eine Verstellbarkeit des äuſseren Bohrarmes gegen den mittleren Theil um eine wagerechte Achse vorgesehen.

Fig. 5 Taf. 34 zeigt die Maschine und den Bohrtisch im Längenschnitte. Der Antrieb erfolgt von der Stufenscheibe P und wird durch die Wellen w bis w4 und Kegelräder auf die Bohrspindel o übertragen. Mit Ausnahme des Doppelkegelrades g sitzen alle anderen auf ihren Wellen fest oder sind mindestens, wie das auf der Bohrspindel, durch Nuth und Feder verbunden. Das Doppelrad g dagegen ist auf der Hülse d drehbar aufgesetzt. Die Schaltbewegung des Bohrers ist auf bekannte Art erreicht und kann selbstthätig erfolgen.

Die Gestalt der Maschine im Einzelnen ist aus der Zeichnung ersichtlich. Die beiden Enden des Armtheiles C sind als der Länge nach geschlitzte Klemmhülsen ausgebildet; die eine davon umhüllt die Hauptsäule A, die andere dient als Lager für die Hohlachse w3, welche durch Stifte mit dem Zwischentheile D verbunden ist. Der Bohrarm E ist durch in eine Ringnuth eingreifende Bolzen drehbar mit D versehraubt und kann daher unter jedem beliebigen Winkel zur Lothrechten festgestellt werden.

Je nach den Abmessungen des zu bearbeitenden Werkstückes wird die Maschine in verschiedenen Gröſsen ausgeführt. Die Abbildung bezieht sich auf mittelgroſse Ausführungen, bei welchen die Befestigung des Tisches auf der Grundplatte der eigentlichen Maschine statthaft ist. Diese Grundplatte ist auf dem vorderen Theile mit mehreren Längsfurchen versehen, welche für die Befestigung des Aufspanntisches S dienen. Bei groſsen Maschinen bleibt die Grundplatte weg und die Befestigung geschieht unmittelbar auf dem Grundmauerwerke; für kleine Abmessungen wird die Maschine mit Wandgestelle ausgeführt.

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