Titel: F. A. Krupp's Herstellung von Compound- Panzerplatten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252/Miszelle 3 (S. 43–44)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/mi252mi01_3

F. A. Krupp's Herstellung von Compound- Panzerplatten.

Die bis jetzt aus härteren und weicheren Schichten von Stahl und Eisen hergestellten Compoundplatten (vgl. 1883 247 * 15. 249 * 412) sollen alle an dem Fehler leiden, daſs beim Verbinden des härteren und weicheren Materials und beim weiteren warmen Verarbeiten der Platten ein groſser Theil des Kohlenstoffes der härteren Schichten in die weicheren Schichten übergeht. Der Zweck der Herstellung von Compoundplatten geht hierdurch zum groſsen Theile verloren; auch treten Schwierigkeiten in der Fabrikation dadurch ein, daſs je nach den Temperaturverhältnissen mehr oder weniger Kohlenstoff in die weichen Schichten übergeht und daher in vielen Fällen den in Bezug auf den Kohlenstoffgehalt gestellten Anforderungen nicht genügt wird.

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F. A. Krupp in Essen (D. R. P. Kl. 65 Nr. 25843 vom 13. März 1883) vermeidet nun diesen Uebelstand dadurch, daſs zwischen die harten und weichen Schichten der Compoundplatten eine dünne Schicht von solchen Metallen oder Metalllegirungen eingeschweiſst wird, welche das Uebertreten des Kohlenstoffes aus den härteren in die weicheren Schichten verhindern bezieh. sehr erschweren. Solche Metalle und Legirungen, welche auch mit dem Eisen und Stahl oder Hartguſs gut schweiſsen, sind beispielsweise Nickel, Kobalt, hochsilicirtes Eisen u.s.w. Vorzugsweise werden als solche Zwischenlage Nickelbleche verwendet, welche auf beiden Seiten mit Eisenblechen verschweiſst sind, und wird dadurch mit einer verhältniſsmäſsig dünnen Nickelschicht der Zweck erreicht.

Dieses Verfahren ist ebenso wie bei Compoundplatten auch bei anderen, aus härteren und weicheren Eisen- und Stahlsorten zusammenzusetzenden Gegenständen anwendbar und kann in der verschiedensten Weise ausgeführt werden. Als Regel dabei gilt stets, die Temperaturverhältnisse der mit einander zu verbindenden Schichten so zu wählen, daſs die Zwischenschicht wohl gut mit dem Eisen und Stahle schweiſst, aber nicht schmilzt.

Die einfachste Art, eine derartige Platte herzustellen, besteht darin, daſs man die betreffende Zwischenplatte als Scheidewand in einer Form aufgestellt und dann gleichzeitig auf der einen Seite der Zwischenplatte Stahl, auf der anderen Seite derselben Fluſseisen in die Form eingieſst. Will man das gleichzeitige Gieſsen von hartem und weichem Metalle vermeiden, so gieſst man zuerst zur einen Seite der fest gegen die eine Wand einer Form in dieser aufgestellten Zwischenplatte das eine Material und nachher auf die andere Seite der Zwischenplatte das andere Material, nachdem die erstarrte Platte mit der geeigneten Temperatur in eine für diesen zweiten Guſs passende Form eingestellt ist.

Soll die Compoundplatte aus geschweiſstem Eisen und Fluſsstahle bestehen, so stellt man beispielsweise die Schweiſsplatte so her, daſs bei der letzten Schweiſsung die eine Deckplatte durch ein auf beiden Seiten mit Eisenblechen verschweiſstes Nickelblech gebildet wird, und belegt diese Seite der Schweiſsplatte dann auf irgend eine Weise mit Stahl.

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