Titel: A. George's Apparat zum Aufzeichnen telegraphischer Schwingungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252/Miszelle 6 (S. 83–84)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/mi252mi02_6

A. George's Apparat zum Aufzeichnen telegraphischer Schwingungen.

Nach dem Telegraphic Journal, 1883 Bd. 13 S. 305 hat A. F. St. George einige telephonische Einrichtungen angegeben. Zunächst ein Mikrophon, in welchem |84| die schwingende Platte aus einer zwischen Metallplatten verkohlten, hinter einem gewöhnlichen Mundstücke angebrachten Holztafel besteht, gegen deren Rückseite sich eine an einem dünnen Metalldrahte oder einem biegsamen, nicht metallischen Faden aufgehängte Kugel aus harter Kohle anlegt. Als Geber soll dazu ein Condensator benutzt werden (vgl. 1879 232 90. 186. 1883 248 162), welcher aus Glimmerscheiben gebildet ist, die auf der einen Seite galvanoplastisch mit einer Metallschicht überzogen sind. Zum Aufzeichnen unmittelbar oder telephonisch erzeugter tönender Schwingungen in einer Weise, daſs dieselben später wieder erzeugt werden können, will A. George eine flache durchscheinende Scheibe aus Glas o. dgl. verwenden, welche auf der einen Seite mit einer lichtempfindlichen Schicht überzogen ist, auf eine Achse aufgesteckt und in Drehungen versetzt wird, während dabei zugleich eine Lichtöffnung oder Linse, durch welche man einen kräftigen Lichtstrahl auf die Scheibe fallen lassen kann, langsam und stetig in radialer Richtung über der Scheibe verschoben wird. Die Weite dieser Lichtöffnung aber wird durch die Platte eines gewöhnlichen Telephons oder eine von den unmittelbaren Schallwellen getroffene Platte den Schwingungen der Platte entsprechend vergröſsert und verkleinert und deshalb die lichtempfindliche Scheibe mit einer Spirallinie beschrieben, deren Dicke ebenfalls den Schwingungen der Platte, d.h. den Schallwellen entspricht. Wird dann die Spirallinie auf der Scheibe photographisch entwickelt und fixirt, so kann sie zu beliebiger Zeit später zur Wiedererzeugung der Töne benutzt werden, indem man einen durch sie hindurchgelassenen kräftigen Lichtstrahl auf einen Selen-Empfänger (vgl. z.B. 1881 239 160) fallen läſst. Endlich schlägt A. George noch vor, die in Telephonleitungen durch Ströme in Telegraphenleitungen hervorgebrachte Induction dadurch zu beseitigen, daſs man in die Telephonleitung etwa an dem einen Ende eine Anzahl isolirter feiner Drähte in paralleler Lage zur Telephonleitung, jedoch so einschaltet, daſs die Telegraphenleitungen in ihnen entgegengesetzte Ströme wie in der eigentlichen Telephonleitung induciren und so beide Inductionswirkungen sich aufheben.

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