Titel: Herstellung von Ammoniumalbumin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252/Miszelle 9 (S. 85–86)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/mi252mi02_9
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Herstellung von Ammoniumalbumin.

Statt der Verwendung von Harzleim u. dgl. zur Papierleimung empfiehlt E. Muth in Karlsruhe (D. R. P. Kl. 55 Nr. 2,5 757 vom 24. Mai 1883) Verbindungen des Caseïns mit Ammoniak, Ammoniumalbumin genannt. Zur Herstellung desselben werden 100k möglichst trockenes Milchcaseïn mit 10k gepulvertem Ammoniumcarbonat und 1k Ammoniumphosphat durch einander gearbeitet, bis die blasige Beschaffenheit, welche durch vorhandene Milchsäure verursacht wird, nachläſst, die Masse ein gleichmäſsiges, von Klumpen freies Aussehen zeigt und die milchweiſse Farbe sich in eine schwach gelbliche verwandelt hat. So lange sich Blasen bilden, ist Milchsäure vorhanden, mithin auch Albuminate in unlöslicher Form. Zur vollständigen Umwandelung des Caseïns in Ammoniumalbumin sind 15 bis 20 Stunden erforderlich. Leichter erfolgt diese Umwandelung durch Ammoniumhydrat; da sich jedoch hierbei eine in Wasser lösliche Oelseife bildet, welche das Papier durchscheinend macht und sich von der Flüssigkeit nur schwer trennen läſst, so ist Ammoniumhydrat nur dann zu verwenden, wenn in Folge mangelhafter Behandlung sich das Ammoniumalbumin nicht vollständig lösen sollte.

Thonerdesalze scheiden das Albuminoid mit Thonerdehydrat ab; ebenso verhalten sich Magnesiasalze, nur ist bei letzteren die Ausscheidung keine vollständige. Vermöge des Verhaltens gegen Thonerdesalze läſst sich das Ammoniumalbumin zur Masseleimung im Holländer verwenden; die Behandlung ist ebenso wie bei Anwendung von Albuminoiden, d.h. in Verbindung mit Harzleim.

Soll das Ammoniumalbumin zur Oberflächenleimung des Papieres verwendet werden, so muſs dessen Fettgehalt zuvor beseitigt werden, was am besten dadurch geschieht, daſs man der verdünnten Lösung etwa 5 Proc. Paraffin zusetzt und das Ganze auf 500 erhitzt. Das geschmolzene Paraffin, mit der Flüssigkeit stark geschüttelt, nimmt alles Fett auf und scheidet sich aus der Oberfläche der Flüssigkeit nach dem Erkalten in Gestalt einer festen Scheibe ab. Die Verwendung des Ammoniumalbumins behufs der Oberflächenleimung ist ebenso wie diejenige der Albuminoide; nur muſs das Papier auf wenigstens 130° erwärmt werden. Das so erhaltene Papier soll auch gegen Wasser widerstandsfähig sein.

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