Titel: Verfahren zur Ausschmelzung des Wachsmodelles aus Sandformen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252/Miszelle 5 (S. 133–134)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/mi252mi03_5

Verfahren zur Ausschmelzung des Wachsmodelles aus Sandformen.

Formen für jegliche Art Metallguſs können dadurch hergestellt werden, daſs man den zu gieſsenden Gegenstand genau so, wie er in Metall gegossen werden soll, aus Wachs herstellt, dieses Wachsmodell mit geeignetem Formmateriale umgibt und dann das Wachs aus der Form ausschmilzt. Die bisherige Art, das Wachs aus solchen Formen zu entfernen, besteht darin, daſs dasselbe durch Erwärmen der Form geschmolzen wird und durch die zu dem Zwecke in die Form gemachten Oeffnungen abflieſst. Hierbei dehnt sich aber das Wachs beim Erwärmen vor dem Flüssigwerden unverhältniſsmäſsig mehr aus als die Form. In vielen Fällen sprengt in Folge dessen das sich ausdehnende Wachs die Formen und alsdann sind Fehler im Gusse die unausbleibliche Folge. Das Wachs läuft ferner durch Schmelzen nicht vollständig aus, da die Formwände |134| Wachs aufsaugen. Dieser Rest wird dadurch entfernt, daſs die Formtheile bis nahe zum Glühen erhitzt und auf diese Weise die Wachsreste verbrannt werden.

Das neue Verfahren von Robert Toberentz in Breslau (D. R. P. Kl. 31 Kr. 24143 vom 8. April 1883) ist nun folgendes: An einer oder mehreren Stellen wird ein Strom heiſser Luft oder heiſser Dämpfe (die eine zum Schmelzen des Wachses geeignete Temperatur haben müssen) an das eingeformte Wachsmodell geleitet. Sobald das Wachs von dem heiſsen Strome berührt wird, schmilzt es an der Berührungsstelle und das flüssige Wachs flieſst durch dazu gemachte Ausfluſslöcher ab, durch welche die überschüssige Luft bezieh. Dämpfe ebenfalls abziehen. Da das Wachs nur dort erwärmt wird, wo es von der heiſsen Luft oder dem Dampfe berührt wird, so dehnt es sich auch nur in dieser Richtung aus, kann also einen Druck gegen die Form nicht ausüben. Die Einführung des heiſsen Stromes wird so lange fortgesetzt, bis alles Wachs ausgeflossen ist. Die Rückstände werden, wie früher, durch Glühen der Form entfernt. Abgesehen davon, daſs bei diesem Verfahren die Form nicht gesprengt werden kann, bietet es noch den Vortheil, daſs man einen bedeutend höheren Procentsatz an Wachs zurückerhält als bei dem älteren Verfahren und, da weniger Rückstand in der Form bleibt, so braucht sie auch nur kürzere Zeit geglüht zu werden; es soll sich also eine beträchtliche Kostenersparniſs für Wachs und Heizmaterial ergeben.

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