Titel: Zur Herstellung von Magnesia haltigem Cemente.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252/Miszelle 9 (S. 135–136)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/mi252mi03_9

Zur Herstellung von Magnesia haltigem Cemente.

Nach L. Erdmenger in Misburg bei Hannover (D. R. P. Kl. 80 Nr. 26130 vom 16. Januar 1883) hat bei geringer Hitze gebrannte Magnesia die Eigenschaft, den Portlandcement mit höheren Sandzusätzen noch bindefähig zu erhalten, wenn sie ihm in gewissen Procentzusätzen zugemengt wird. Ferner läſst sich mit dem so erhaltenen Cemente leichter direkt unter Wasser betoniren, da kein so leichtes Auseinanderlaufen des Mörtels dabei stattfindet, als ohne die Magnesiabeigabe der Fall ist. Auch wiedersteht ein an Magnesia reicher Cement besser der Einwirkung von stark Salz haltigem Seewasser, indem die Magnesia schwer löslich und sehr widerstandsfähig ist gegen die zersetzenden Einflüsse der im Seewasser aufgelösten Salze. Aus diesem Cemente hergestellte Guſssachen zeigen bei hoher Festigkeit an der freien Luft nicht mit der Zeit die miſsliche Haarrissebildung des gewöhnlichen Portlandcementes.

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Ein guter Portlandcement hatte z.B. mit 6 Th. Sand nach 1 Monate 6k Zugfestigkeit auf 1qc, nach 2 Monaten 8k. Derselbe Cement, mit 5 Proc. Magnesia vermischt, ergab mit 6 Th. Sand eine Zugfestigkeit von 9k,5 nach 1 und 13k,5 nach 2 Monaten. Bei einer Zumischung von 10 Th. Sand zeigte der unversetzte Cement nach 1 Monate 3,6, nach 2 Monaten 5k Zugfestigkeit, während der mit 5 Proc. Magnesia vermischte Cement 7 bezieh. 9k,5 Zugfestigkeit hat. Mit 20 Th. Sand vermischt, hatte der unversetzte Cement nach 2,5 Monaten 3k, bei 5 Proc. Magnesiazusatz hingegen 6k,5 und bei 10 Proc. Magnesiazusatz 9k Zugfestigkeit. Es liegt also der Schwerpunkt in den hohen Sandzusätzen und sind bei Anwendung von Magnesia Sandmengen möglich, welche für Cementverarbeitungen ungewöhnlich sind.

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