Titel: Erstarrungstemperatur von Gasen und Flüssigkeiten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252/Miszelle 8 (S. 182–183)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/mi252mi04_8

Erstarrungstemperatur von Gasen und Flüssigkeiten.

Läſst man nach K. Olszewski (Monatshefte für Chemie, 1884 S. 127) in eine Glasröhre, welche in flüssiges, bei gewöhnlichem Drucke bis auf 102° erkaltetes Ethylen eingetaucht ist, Chlor eintreten, so bildet sich alsbald eine orangegelbe Flüssigkeit, in welcher sich gelbe Krystalle ausscheiden. Setzt man die Temperatur noch um einige Grad herab, so gefriert die ganze Flüssigkeit zu einer gelben |183| krystallinischen Masse. Es ist somit die Temperatur von – 1020 die Erstarrungstemperatur des Chlores. (Vgl. v. Wroblewski S. 87 d. Bd.)

Chlorwasserstoff bild et bei –102° eine farblose Flüssigkeit und erstarrt bei –115,7° zu einer weiſsen krystallinischen Masse, welche bei –112,50 wieder zu schmelzen beginnt.

Arsenwasserstoff war bei –102° eine farblose Flüssigkeit, bildete bei –118,9° eine weiſse krystallinische Masse und schmolz wieder bei –113,5°. Wurde die Temperatur des Ethylens durch Hinzugieſsen von Aether bis auf –54,8° erhöht, so begann der Arsenwasserstoff zu sieden. Fluorsilicium erstarrte in der bis auf –102° erkalteten Glasröhre zu einer weiſsen amorphen Masse, welche bei Erhöhung der Temperatur langsam verdampfte, ohne vorher eine Flüssigkeit zu bilden.

Von Alkohol und Wasser befreiter Aethyläther erstarrte bei –129° zu einer weiſsen krystallinischen Masse, welche sich bei –117,4° wieder in eine Flüssigkeit verwandelte.

Reiner Amylalkohol (Siedepunkt 131,60), bildete bei –102° eine ölartige Flüssigkeit, war bei –115° noch butterartig weich und gefror erst vollständig bei –1340 zu einer harten, halbdurchsichtigen, amorphen Masse.

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