Titel: Zur Benutzung mit Phenol desinficirter Excremente als Dünger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252/Miszelle 7 (S. 223)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/mi252mi05_7

Zur Benutzung mit Phenol desinficirter Excremente als Dünger.

Nach Versuchen von O. Kellner (Landwirthschaftliche Versuchsstationen, 1883 Bd. 30 S. 52) hatte eine Lösung von 0g,05 Carbolsäure in 100cc Wasser die Keimkraft von Bohnen und Weizen bereits deutlich geschwächt und bei einer Concentration von 0,1 Proc. gelangten nur noch ⅕ der lebensfähigen Samen zur Entwickelung. Die Carbolsäure wirkte ferner in allen Fällen verzögernd auf den Keimprozeſs ein.

Nach den mit desinficirten Excrementen ausgeführten Düngungsversuchen verzögert ein Gehalt des Düngers von 0,25 Proc. Phenol das Aufgehen der Saat, schwächt die Keimlinge und setzt somit ihre Widerstandsfähigkeit gegen Unbilden der Witterang und thierische Feinde herab. Enthält der Dünger 0,5 Proc. Carbolsäure, so wird bereits ein erheblicher Theil der Samen ihrer Keimkraft beraubt, und steigt die Menge des Desinfectionsmittels auf 1 Proc., so werden sämmtliche Samen getödtet. Da das Phenol aber im Boden nicht gebunden wird, sondern leicht löslich bleibt, so wird es durch Regen sehr bald bis zur völligen Unschädlichkeit vertheilt, wenn nur der desinficirte Dünger nicht unmittelbar mit den Samen und Pflanzen in Berührung kommt.

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