Titel: Westphal's Apparat zur Erzeugung elektrischer Ströme.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252/Miszelle 2 (S. 260–261)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/mi252mi06_2

Westphal's Apparat zur Erzeugung elektrischer Ströme.

Der geringe Procentsatz, welcher bei der Umsetzung der in der Kohle aufgespeicherten Kraft in Elektricität auf dem jetzt betretenen Wege unter Vermittelung eines Motors und einer Dynamomaschine erfolgt, hat G. Westphal in Berlin (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 22393 vom 16. December 1880) veranlaſst, die Erzielung einer gröſseren Ausbeute dadurch anzustreben, daſs er die beiden nur als Brücken dienenden Zwischenmaschinen fortläſst. Er bringt verschiedene Einrichtungen in Vorschlag, mittels deren aus Kohlen ein constanter Strom von Elektricität mit Hilfe von Wassergas, Leuchtgas oder Generatorgas einerseits und Sauerstoff bezieh. atmosphärischer Luft andererseits dargestellt werden soll, indem diese Gase in geeigneter Weise an Platten hingeleitet und dadurch letztere in denselben Zustand übergeführt werden, welchen die bei der Wasserzersetzung auf elektrischem Wege benutzten Elektroden annehmen und der die Ursache der Entstehung von Polarisationsströmen ist.

An Stelle des Wassergases oder des Generatorgases lassen sich nun auch Wasserstoff, Kohlenoxyd, überhaupt alle Gase und dampfförmigen Körper verwenden, welche im Stande sind., Sauerstoff aufzunehmen oder mit ähnlichen Gasen oder Dämpfen chemische Verbindungen einzugehen. Mittels dieses Verfahrens lassen sich auch Gase noch nutzbar machen, welche entweder an und für sich wenig geneigt sind, sich mit anderen Gasen zu verbinden, oder welche durch zu groſse Verdünnung mit indifferenten Gasen unentzündbar geworden |261| sind. Man kann endlich auch die beiden das Wassergas bildenden Gase, Wassergas und Kohlenoxyd, von einander trennen und dieselben gesondert verbrauchen. Diese Trennung kann entweder auf chemischem oder mechanischem Wege, z.B. durch Centrifugalkraft oder durch Dialyse bewirkt werden.

Der Vortheil, welcher sich bei der Anwendung von reinem Wasserstoff darbietet, ist bedeutend, da die elektromotorische Kraft desselben höher als die des Mischgases ist und daher die Apparate bedeutend kleiner gemacht werden können; ferner aber wird jeder Kraftverlust bei der Ausnutzung des Gases vermieden, welcher stets mit der Abführung der Verbrennungsproducte verknüpft ist, wenn man den Apparaten nicht zu groſse Abmessungen geben will. Die Wahl der gas- bezieh. dampfförmigen Körper kann auch so getroffen werden, daſs sich bei der Verbindung derselben nutzbare Producte ergeben, wie dies z.B. bei Anwendung von Schwefligsäure und atmosphärischer Luft geschieht, indem sich hierbei Schwefelsäure bildet.

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