Titel: Ueber Maismalz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252/Miszelle 8 (S. 303)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/mi252mi07_8

Ueber Maismalz.

A. Bäumt (Zeitschrift für Spiritus- und Preßhefen-Industrie, 1884 S. 47) versuchte die Anwendung des Schuster'schen Maischverfahrens auf Maismalz, welches zur Verzuckerung von gedämpftem Mais in demselben Mengevernältnisse wie Gerstenmalz diente. Die Aufschlieſsung der Stärke war im Verhältnisse zu Gerstenmalzmaische immer schlechter. Es ergab sich eine Aufschlieſsung bis auf 6 bis 7 Procent der eingemaischten Malzstärkemenge, weil die Stärke des stark gekeimten und gelockerten Mais sich schlecht zu Boden setzte, während weniger gut gekeimter Mais sich schlecht mahlen und verkleistern lieſs.

Die Vergährung war ungünstig, meist nahe an 2° Sacch., obwohl Hafermalz schon aus Gründen der Schneilgährung in seinem Rechte bleiben muſste, und dies ist der wundeste Punkt des Verfahrens. Die Erklärung hierfür konnte, da die sonstigen Verhältnisse und Bedingungen normal waren, nur in der hohen Säuremenge (0,4 bis 0,5 Proc.) sein, welche eine Nachwirkung der Diastase lähmte. Der Ursprung dieser Säuremenge ist auf die beim Maismälzen gebotene höhere Temperatur in der Tenne zurück zu führen. Die folgenden Operationen, wie das Mahlen bei gröſserer Wärmeentwickelung, mehrstündige Ruhe zum Zwecke des Absetzens der Stärke, das Verzuckern und Kühlen der Maische begünstigen die Weiterentwickelung der Spaltpilze, was auch bei mikroskopischer Ansicht sich deutlich zeigte, und hierdurch erklärt es sich, weshalb mit Maismalz hergestellte Hefenmaische völlig negative Erfolge ergab. Das Endresultat war im Verhältnisse zu Gerstenmalz ein Ausbeuteverlust von 1 Litergrad auf 100k, welcher bei ungünstigem Keimen des Mais noch höher ausfiel. Daraus folgt, daſs das Verfahren nur unter besonderen Verhältnissen vortheilhaft ist.

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