Titel: Die Brush-Glühlicht-Einrichtungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252/Miszelle 6 (S. 341–342)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/mi252mi08_6

Die Brush-Glühlicht-Einrichtungen.

Nach dem Iron, 1884 Bd. 23 * S. 90 wendet die Anglo-American Brush Electric Light Corporation in London für ihre Glühlichtlampen zwei als Victoria D2 und Victoria M4 bezeichnete Dynamomachinen an, von denen die letztere sich auch Vorzüglich zur Ladung von secundären Batterien eignet. Die D2-Maschine besitzt einen Anker, dessen Ring aus dünnen gewalzten Schmiedeisenplatten gebildet ist; dadurch sind die localen Ströme im Ringe aufs geringste Maſs beschränkt und auſserdem befinden sich zwischen den Platten Luftkanäle, welche eine vollkommene Ventilation des Ankers während der Thätigkeit gestatten. Die Bewickelung bildet ein Ganzes, indem die beiden an einander stoſsenden Enden zweier benachbarter Spulen an dasselbe Segment des Commutators geführt sind. Die 4 Elektromagnete wechseln in ihrer Polarität in der Richtung, in welcher der Anker umläuft. Obgleich 4 Elektromagnete vorhanden, so sind doch nur zwei Paar Bürsten oder Stromsammler angebracht, was dadurch möglich gemacht ist, daſs die einander in einem Durchmesser gegenüber liegenden Spulen des Ringes, welche gleichzeitig in ein magnetisches Feld von derselben Polarität eintreten, parallel geschaltet sind, so daſs die sie durchlaufenden Ströme nicht an zwei verschiedenen Segmenten des Commutators, sondern an |342| ein und demselben Segmente in gleicher Richtung von den Bürsten aufgenommen werden. Die Maschine M4 ist ähnlich gebaut; nur hat sie die doppelte Anzahl von Polen und nur ein einziges Paar Bürsten; sie reicht für 750 Lampen von 20., oder für 1500 von 10 Kerzen aus. Meist sind diese Maschinen bei der Verwendung für Glühlicht mit Compoundwickelung (vgl. 1884 251 * 24) versehen; für Batterieladung haben sie die Elektromagnete im Nebenschlüsse.

Ein Handregulator oder ein selbstthätiger Regulator ermöglicht dann, wenn die Compoundwickelung nicht angewendet wird, die Ausschaltung einzelner Lampen, welche von 5 bis 25 Kerzenstärke haben. In den Lampen sind die Platindrähte, welche den Strom den Kohlenfäden zuführen da, wo sie aus den Glasglocken heraustreten, zu einer Schleife gebogen, was das Abbrechen an dieser Stelle verhütet. Die Lampenträger sind mit einer selbstthätigen Ausschaltung ausgerüstet, welche durch Federwirkung verhindert, daſs die Contactstücke in einer halben oder Zwischen-Stellung gelassen werden können. Ferner sind besondere Umschalter beigegeben, welche durch Aenderung des Widerstandes den Glanz des Lichtes vermindern. Die Schmelzdrähte, welche von Johnson und Matthey aus einer neuen Metalllegirung durch eine besondere mechanische Behandlung hergestellt werden, besitzen den Vorzug, daſs sie glatt abbrechen und nicht erst sich durchbiegen, wenn die Temperatur ihren Schmelzpunkt erreicht. Diese Schmelztemperatur ist übrigens sehr niedrig, weit unter dem Siedepunkte des Wassers. Die Drähte schmelzen also viel früher, als in den Kabeln eine merkliche Temperaturerhöhung eintritt.

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