Titel: A. G. Miller's akustisches Telephon.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252/Miszelle 4 (S. 389)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/mi252mi09_4

A. G. Miller's akustisches Telephon.

Bei dem von A. G. Miller in Leyden, New-York, angegebenen Telephone werden die Schallwellen nicht durch Elektricität, sondern in bekannter Weise einfach durch die elastischen Schwingungen eines festen Körpers, eines ausgespannten Drahtes, bewirkt Wenn dieser Apparat daher auch prinzipiell Neues nicht bietet, so sind doch einige kleine Abänderungen wohl geeignet, ihn zu einem in gewissen Fällen, für untergeordnete Zwecke und auf kurze Entfernungen hin brauchbaren Zeichensender zu machen.

Den wesentlichsten Bestandtheil dieses Telephons, welches gleichzeitig als Zeichengeber und Empfänger dient, bildet eine aus dem sehr resonanzfähigen Holze der Balsamtanne (Spruce) hergestellte Membranscheibe, welche durch den die Schallschwingungen fortpflanzenden Liniendraht auf einen vorspringenden Rand des an der Wand festgeschraubten Gehäuses gepreſst wird; doch ist der Draht nicht unmittelbar an die Membranscheibe angehängt, sondern läuft in drei oder mehr starke Seidenfäden aus, welche letztere durchdringen und auf der vorderen Seite derselben an einem kleinen Metallringe befestigt sind. Zwischen diesen und die Membranscheibe ist dann noch ein Leder- oder Gummiring gelegt. Durch diese Einrichtung soll das Mittönen des Liniendrahtes in Folge von Transversalschwingungen vermieden werden. Der Boden des Gehäuses, welches nur mit einem schmalen Rande an der Wand anliegt, ist, um die Schwingungen der Membranscheibe nicht zu behindern, genügend weit ausgehöhlt.

Als Liniendraht wird eine Litze aus mehreren Einzeldrähten verwendet, welche zur Verminderung des gegenseitigen Verschiebens und der daraus entspringenden Reibung vor dem Zusammenschlagen einzeln lackirt werden, wodurch zugleich der schädigende Einfluſs der Atmosphäre aufgehoben ist. (Nach dem Scientific American, 1884 Bd. 49 * S. 402.)

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