Titel: H. R. Meyer's Herstellung unterirdischer elektrischer Leitungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252/Miszelle 9 (S. 437–438)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/mi252mi10_9
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H. R. Meyer's Herstellung unterirdischer elektrischer Leitungen.

Textabbildung Bd. 252, S. 438

Um unterirdisch geführte elektrische Leitungen besonders gut zu isoliren, will H. R. Meyer in Liverpool (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 25126 vom 3. August 1882) die Drähte in isolirende Führungen H einbetten, welche aus Glas, Porzellan, Terracotta, Papiermasse, Cement oder Thon bestehen und durch Asphalt, Pech, Harz, Stearin oder sonstige wasserdichte und schlecht leitende Mittel unter einander gedichtet sind. Die Führungen liegen in einzelnen Kastenabtheilungen, welche in mehreren Schichten über einander angeordnet sein können. Die einzelnen Kastenabtheilungen sind an ihren Stoſsstellen mit schwalbenschwanzförmigen Ausschnitten versehen, so daſs mittels hier eingeführter Verbindungsstücke C eine leicht herstellbare und lösbare Verbindung erzielt wird. Die in die Führungen gelegten Leitungen werden mit schlecht leitenden Stoffen überdeckt. Werden die einzelnen Kästen über einander aufgebaut, so müssen die Stoſsstellen abwechselnd gedeckt werden. Die unterste Kastenlage wird auf einem Brett- oder Steinfundamente gelagert und befestigt. Wo eine Leitung nach der Erdoberfläche zur Gebrauchsstelle abzuzweigen ist, wird der die Elektricität nach oben ableitende Draht aus den Kästen durch ein Rohr geführt, welches entweder seitlich durch die Kastenwand, oder den die Kästen oben abschlieſsenden Deckel geht. Diese Rohrstutzen sind mit einer isolirenden Hülse gegen den Deckel abgedichtet. Der Draht wird oberhalb des Deckels abgeschnitten und mit dem weiterführenden isolirten Drahte verlöthet, welcher durch ein mit Asphalt o. dgl. ausgegossenes Bleirohr geführt wird; dieses sitzt auf einer die Löthstelle umgebenden und diese deckenden Schutzkappe aus Blech. Das Rohrstück selbst wird durch eine Mutter über dem Deckel festgehalten. In vielen Fällen, z.B. bei Anlage einer elektrischen Straſsenbeleuchtung, wird man nur die unterste Kastenlage bis an den Endpunkt der Leitung durchgehen lassen, während die oberen Kastenlagen da aufhören können, wo die in ihr isolirten Drähte sämmtlich nach oben an ihren Bestimmungsort geführt sind.

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