Titel: C. Heinrichs selbstthätige Regulirungsvorrichtung für Wassermotoren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252/Miszelle 2 (S. 480–481)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/mi252mi11_2

C. Heinrichs selbstthätige Regulirungsvorrichtung für Wassermotoren.

Die Schwierigkeiten, welche sich einer selbstthätigen genauen Regulirung der hydraulischen Motoren durch Beeinfluſsung der Wasserzuleitung entgegenstellen, haben in manchen Fällen dazu geführt, bei einer Verringerung des Kraftbedarfes mehr oder minder groſse passive Widerstände durch den Regulator selbstthätig einzuschalten und so einer Beschleunigung der Maschinen vorzubeugen. Das dabei häufigst angewendete Mittel ist die Benutzung einer Bremse, welche, durch einen Centrifugalregulator mehr oder minder angezogen, auf eine von dem Motor mitgetriebene Bremsscheibe wirkt und so die etwa im Ueberschusse geleistete Arbeit aufnimmt. Dieses Mittel ist allerdings geeignet, eine ziemlich vollkommene Regulirung der Maschine zu ermöglichen; doch haften ihm auſser der Arbeitsvergeudung, welche freilich seltener in Frage kommt, wenn eine nichts kostende Betriebskraft, das Wasser, im Ueberschusse |481| vorhanden ist, noch andere praktische Mängel an, z.B. die Abnutzung der Bremsbacken, in Folge deren ein stetes Berichtigen des Stellzeuges derselben nöthig wird, ferner die Veränderlichkeit des Reibungswiderstandes je nach der jedesmaligen Beschaffenheit der reibenden Flächen, sowie die Möglichkeit des Verbrennens der Backen oder andererseits die groſsen Abmessungen, welche dem Apparate zur Umgehung des letzteren Uebels zu geben sind. Alle diese letzteren Nachtheile sollen durch den in der Wochenschrift des österreichischen Ingenieur- und Architektenvereins, 1884 * S. 144 mitgetheilten Regulirungsapparat von C. Heinrich umgangen werden.

Dieser Apparat besteht aus einer Kapselpumpe, welche durch den Motor umgetrieben wird und fortwährend ein und dieselbe Flüssigkeitsmenge durch einen im Gehäuse ausgesparten Kanal hindurchtreibt. Mittels eines Hahnes, welcher durch einen Schwungregulator bei zunehmender Geschwindigkeit der Maschine mehr oder weniger geschlossen wird, kann nun dem Durchströmen der Flüssigkeit ein mehr oder weniger groſser Widerstand entgegengesetzt werden, zu dessen Ueberwindung von den Flügeln der Pumpe ein sehr rasch wachsender Arbeitsaufwand zu leisten ist, durch welchen alsdann das eingetretene Miſsverhältniſs zwischen der Nutzarbeit und der zu groſsen Arbeitsleistung des Motors ausgeglichen wird.

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