Titel: Ueber die Einwirkung von Nitraten auf Alkalisulfide.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252/Miszelle 13 (S. 532)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/mi252mi12_13

Ueber die Einwirkung von Nitraten auf Alkalisulfide.

Nach den Untersuchungen von G. Lunge und Smith (vgl. 1884 251 319) verursacht die Einwirkung der eisernen Gefäſse, in denen bei der Darstellung von kaustischer Soda die Oxydation der Sulfide mit Salpeter vorgenommen wird, eine bedeutende Ammoniakbildung. Dieses Resultat veranlaſste E. W. Parnell (Journal of the Society of Chemical Industry, 1884 S. 138) zu neuen Versuchen. Es zeigte sich, daſs bei einem ganz geringen Gehalte der zu oxydirenden Lösung an Eisensulfür die Ammoniakbildung bedeutend gesteigert wird. Das Eisensulfür wird bei dieser Reaction jedenfalls abwechselnd durch den Salpeter zu Eisenoxyd oxydirt und dann durch das Natriumsulfid wieder zu Sulfür reducirt. Durch Zusatz von etwas Eisensulfat, kann die Ammoniakbildung bis auf 90 Proc. gesteigert werden. Auch Eisenoxydul allein reducirt Salpeter: 16Fe2O + 2KNO3 + 4H2O = 8Fe2O3 + 2NH3 + 2KOH.

Parnell faſst seine Schlüsse aus diesen und seinen früheren Versuchen folgendermaſsen zusammen: 1) Die Oxydation von Natriumsulfid durch Salpeter in kochender Lösung beginnt nicht unter 188° C. (370° F.). 2) Die Oxydation geht ohne Bildung von Ammoniak vor sich. 3) Eisensulfür, Eisenoxydul, Zinksulfid und ohne Zweifel einige andere Metallsulfide werden durch Salpeter oxydirt unter Bildung von Ammoniak. 4) Metallisches Eisen übt beim Kochen in alkalischer Lösung nur eine geringe Reduction von Salpeter zu Ammoniak aus.

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