Titel: Vorkommen von Eisen in Mexiko.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 252/Miszelle 5 (S. 527–528)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj252/mi252mi12_5

Vorkommen von Eisen in Mexiko.

Während früher in Mexiko die Metallindustrie sich fast auschlieſslich auf die Ausbeutung der Silberminen beschränkte, beginnt man neuerdings den reichen Schätzen des Landes auch an unedlen Metallen Aufmerksamkeit zu schenken. Insbesondere scheint die Provinz Durango alle Vorbedingungen zur Entwickelung einer bedeutenden Kupfer- und Eisenerzeugung zu bieten. So befindet sich dort z.B. der sogen. Cerro de Mercado, der Eisenberg, welcher bei einer Länge von ungefähr 1100m, einer Breite von etwa 335m und einer durchschnittlichen Höhe von 195m eine zu Tage liegende Erzmasse von rund 200 Mill. Tonnen bildet. Das unter dem Berge befindliche Erz soll ferner mehr Eisen enthalten, als seit 350 Jahren in England gewonnen wurde. Dabei sind die Erze sehr reichhaltig; die Analyse von 27 von verschiedenen Stellen des Berges entnommenen Proben ergab einen Durchschnittsgehalt an:

Eisenoxyduloxyd 2,071
Eisenoxydul 77,571
Manganoxydul 0,113
Titansäure 0,710
Kalk 5,050
Magnesia 6,364
Schwefelsäure 0,212
Phosphorsäure 3,041
Glühverlust 1,984
Kieselsäure 7,760
Andere Bestandtheile 1,124
––––––
100,000.

Das aus diesem Erze erzeugte Roheisen enthielt 0,771 Proc. Silicium und |528| 0,428 Proc. Phosphor; das Stabeisen hatte 0,105 Proc. Silicium und 0,193 Proc. Phosphor. Die groſse, an den Berg anstoſsende Hochebene ist mit Bäumen bewachsen, welche eine sehr gute dichte Holzkohle von hohem Heizeffekte liefern; diese Holzkohle kommt selbst bei den heutigen Darstellungs- und Transportverhältnissen den Werken in Durango billiger zu stehen, als nordamerikanische Eisenwerke ihre Kohle erhalten können. Auch liegen in nicht groſser Entfernung von Durango bedeutende Kohlenfelder. Der Lohn für gewöhnliche Tagelöhner beträgt 1,60 bis 2,10 M., während geschickte Arbeiter 4,20 M. verdienen. (Nach Stahl und Eisen, 1884 S. 296.)

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