Titel: Schleif- und Riffelmaschine für Hartguſswalzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 253 (S. 19–20)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj253/ar253006

Schleif- und Riffelmaschine für Hartguſswalzen.1)

Mit Abbildungen auf Tafel 2.

Für das Abschleifen und Neuriffeln stumpf gewordener Hartguſsriffelwalzen, z.B. für Schrotwalzenstühle, wird von der Deutschen Werkzeugmaschinenfabrik, vormals Sondermann und Stier in Chemnitz (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 21722 vom 15. Juli 1882) die in Fig. 1 bis 5 Taf. 2 dargestellte Specialmaschine zur Ausführung gebracht.

Ein Tisch b (Fig. 1) ist in Schwalbenschwanzführungen des Fuſsgestelles a mittels der Schraube c verschiebbar. Derselbe trägt die verstellbaren Lager d, in welchen die zu bearbeitende Walze liegt. Ein Zapfen dieser letzteren ist auſserdem mittels der 3 Schrauben o in der Hohlwelle n eingespannt, mittels welcher der Walze beim Abschleifen und Riffeln eine stetige bezieh. absetzende Drehung ertheilt wird.

Die Kraft wird von einem Deckenvorgelege aus mittels 2 Riemen sowohl auf die Stufenscheibe e, als auch auf die auf der Achse k sitzende Scheibe i übertragen. Von der auf der Achse der Stufenscheibe e sitzenden Riemenscheibe f aus treibt sodann ein Riemen mittels der kleinen Scheibe g die Schmirgelscheibe h an. Diese ist in dem Gehäuse D gelagert und kann mit diesem durch die Schraube p eine Nachstellung normal zur Achse der zu bearbeitenden Walze erhalten. Diese letztere erhält auſser einer achsialen Verschiebung beim Schleifen eine fortlaufende Drehung mittels der Räder m und l (Fig. 2), von denen das letztere mit Nuth und Feder auf der verlängerten Welle k verschiebbar ist.

Die achsiale Verschiebung des Tisches b wird sodann auf folgende Weise bewirkt: Auf der Achse k (Fig. 3 und 4) ist mit Nuth und Feder ein Klauenmuff I verschiebbar. Je nachdem derselbe in das Winkelrad H oder H1 eingerückt ist, wird mittels der eingeschalteten Winkelräder K, L und M der im Gestelle der Maschine unverschiebbar gelagerten Mutter N eine Drehung im einen oder anderen Sinne ertheilt und so der Tisch mittels der fest mit demselben verbundenen Schraubenspindel c vor- oder zurückgeschoben. Zur Umsteuerung des Tisches bezieh. zur Verschiebung des Muffes I sind auf dem Tische 2 Knaggen q (Fig. 1) je nach der Gröſse der zu bearbeitenden Walze verstellbar angebracht. |20| Ist der Tisch nun ganz ausgeschoben, so stöſst eine der Knaggen gegen einen Hebel r und legt denselben um; hierbei wird der auf der Welle s des Hebels sitzende Zahnbogen t (Fig. 3) und mittels dessen der gezahnte Gewichtshebel u gedreht, welcher nun, sobald er seine Gleichgewichtslage überschritten hat, ganz herumschlägt und eine weitere Drehung des Zahnbogens t veranlaſst, welcher den mit dem Klauenmuffe x verbundenen Hebel v durch einen der beiden Anschlagstifte mitnimmt, der nun seinerseits den Klauenmuff in das andere Zahnrad einrückt und so die Tischbewegung umsteuert. Befindet sich der Klauenmuff in der mittleren Stellung, so kann der Tisch auch mittels einer auf den Radbolzen w aufgesetzten Kurbel von Hand verschoben werden.

Soll die Maschine zum Riffeln dienen, so wird das Stirnrad m von der Hohlspindel n abgenommen und letztere so weit vorgezogen, daſs der Hebel x (Fig. 1 und 5) zwischen die Köpfe y des Schlittens b auf dieselbe aufgesteckt werden kann; an Stelle des Stirnrades m kommt jetzt die Schneckenrad-Theilvorrichtung, bestehend aus dem auf der Spindel n festen Schneckenrade z und dem lose auf derselben sitzenden, die zugehörige Schnecke tragenden Gabellager A. Die Führung B für die an dem mit letzteren verbundenen Hebel x sitzende Kugel wird, dem gewünschten Dralle der Riffelung entsprechend, schräg eingestellt und der Anschlag C für die Riffeltheilung je nach der Riffelschräge und der Walzenlänge fixirt. Nachdem nun noch das Schmirgelscheibengehäuse D abgehoben, der Support E an dessen Stelle gesetzt, sowie das der verlangten Riffelzahl entsprechende Sperrrad F angesteckt ist, kann das Riffeln beginnen. Das Schneckenrad z hat 50 Zähne; sollen auf einer Walze 400 Riffeln erzeugt werden, so bekommt das Sperrrad F 8 Zähne, wodurch bei einem Zahne Fortschaltung des Sperrrades F die Walze um 1/400 des Umfanges fortgedreht wird. Diese Fortschaltung bewirkt ein gabelförmiger Ansatz am Winkelsperrhebel G, in welchen sich der Stift des Anschlages C einlegt und den Sperrhebel G beim Weitergange des Schlittens b zurückhält und um seine Achse so viel verdreht, daſs das Sperrrad um einen Zahn weiter geschaltet wird.

Vgl. Pfaff 1882 244 * 22. Oerlikon 1882 243 * 455. 1881 240 * 93. H. v. Hößle 1882 243 * 374.

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