Titel: Herstellung von Schlackenguſsformstücken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 253 (S. 232–233)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj253/ar253081

Herstellung von Schlackenguſsformstücken.

Mit Abbildungen auf Tafel 19.

Werden gröſsere Schlackenmassen mit dem Hammer zerschlagen, so zerbersten sie leicht bis auf eine gewisse Gröſse der Brocken, bei Würfelform bis auf etwa 15 bis 20cm Seitenlänge oder auch gröſser. Die Brocken aus dem Inneren des Batzens sind dann bedeutend fester. Von dieser Erfahrung ausgehend, hat die von der Königin-Marienhütte in Cainsdorf i. S. (* D. R. P. Kl. 80 Nr. 27086 vom 16. August 1883) empfohlene Gieſsgrube als Sohle eine etwa 5cm starke eiserne Platte A (Fig. 9 und 10 Taf. 19). Die mit 5cm weiten Löchern versehene Eisenplatte c wird durch mindestens 5cm hohe Träger v unterstützt. Der Abstand der Löcher ist so zu bemessen, daſs jede Form einen Einfluſs |233| von unten hat. Auf diese Platte c werden die Formen n gesetzt. Die Formkästen werden durch die ein- oder mehrtheilige Eisenplatte e abgedeckt, welche schwächer sein kann als die Platte c, im Uebrigen dieselbe Locheintheilung wie letztere hat. Die Schlacke flieſst von s aus zunächst auf die Sohlplatte, füllt den Zwischenraum zwischen dieser und der Platte c aus und tritt durch die Löcher der letzteren gleichzeitig und gleichmäſsig in sämmtliche Formen einer Schicht. Die aus der Schlacke sich entwickelnden Gase entweichen aus den Löchern der Platte e, welche später auch als Einlauf von oben dienen. Auf diese Weise soll ein möglichst dichtes Guſsstück erzielt werden. Ueber der Deckplatte e läſst man die Schlacke noch mindestens 5cm hoch zusammenlaufen, so daſs die Formen dadurch allseitig eingehüllt sind. Nach 36 bis 48 Stunden, je nach Gröſse der Gieſsgrube, kann mit dem Ausbrechen der geformten Schlackenguſsstücke begonnen werden. Wenn ein Schlackenwagen an die Stelle der Gieſsgrube tritt, dann ersetzt der Boden des Wagens die Sohlplatte A in der Gieſsgrube und die Seiten wände des Wagens ersetzen die bei der Gieſsgrube nöthige Auskleidung. Sämmtliche Formen, besonders neue, sind vor dem Gebrauche mit Lehmwasser auszustreichen.

Die Formstücke werden zu Pflasterungen, als Bausteine, Belagplatten u. dgl. gebraucht. Zu erwähnen ist noch, daſs das Verfahren die Möglichkeit bieten soll, stark basische Schlacke (Hochofenschlacke), welche die Eigenschaft hat, treibend zu sein, durch das Tempern zu brauchbaren Formen zu gestalten.

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