Titel: Ueber die Beständigkeit von Hypobromitlösungen und ihre Anwendung zur Titration von Oelen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 253/Miszelle 10 (S. 47–48)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj253/mi253mi01_10
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Ueber die Beständigkeit von Hypobromitlösungen und ihre Anwendung zur Titration von Oelen.

Die Einwirkung von Natron auf Brom geht wie A. H. Allen im Journal of the Society of Chemical Industry, 1884 S. 65) berichtet, zuerst nach folgender Gleichung vor sich: 2NaOH + Br2 = NaBrO + NaBr + H2O. Nach einiger Zeit, besonders beim Erwärmen, tritt folgende Zersetzung ein: 3NaBrO + 3NaBr = NaBrO3 + 5NaBr. In Folge dieser Reaction wurden die Hypobromitlösungen bis jetzt immer als unbeständig bezeichnet. Es ergibt sich jedoch aus zahlreichen Versuchen, daſs die Lösungen, wenn sie eine genügende Menge freies Natriumhydrat enthalten, sich bei langem Aufbewahren und selbst beim Kochen nur wenig verändern. Die Beständigkeit der Hypobromitlösungen ist bei den Bestimmungen von Oelen oder Fetten in alkalischer Lösung von Wichtigkeit. Bei Bestimmungen in salzsaurer Lösung ist sie gleichgültig, da immer das gesammte Brom frei wird:

3NaBrO + 3NaBr + 6HCl = 6NaCl + 6Br + 3H2O und

NaBrO3 + 5NaBr + 6HCl = 6NaCl + 6Br + 3H2O.

Verfasser findet die merkwürdige bis jetzt unerklärte Thatsache, daſs bei allen Versuchen der durch Analyse gefundene Bromgehalt der Lösungen höher war als das aus der wirklich angewendeten Menge Brom berechnete:

I II III
Angewendetes Brom 12,432 12,929 12,44
Durch Titration gefunden 12,98 13,18 12,86.
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