Titel: Zur Gewinnung von Jod.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 253/Miszelle 11 (S. 48)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj253/mi253mi01_11

Zur Gewinnung von Jod.

Bei der früher in Antofagasta üblichen Behandlung der Caliche-Mutterlaugen mit Natriumbisulfit wurden nur etwa 70 Procent des vorhandenen Jodes gewonnen (vgl. 1879 231 375). Loive und Weissflog (Génie civil, 1883/4 Bd. 4 S. 96) reduciren nun das in den Laugen neben Chlornatrium und salpetersaurem Natrium vorhandene jodsaure Natrium zunächst mit Schwefelcalcium und fällen das Jodnatrium mit Kupfersulfat und Natriumsulfit.

Zur Herstellung des Schwefelcalciums wird schwefelsaures Calcium mit Kohle in einem Drehofen geglüht. Das gebildete Schwefelcalcium zerfällt beim Kochen mit Wasser bezieh. der Lauge nach den Gleichungen: 2CaS + 2H2O = H2CaO2 + H2CaS2 und H2CaS2 = H2S + CaS. Der gesammte Schwefel wird also in Schwefelwasserstoff übergeführt und dieses reducirt das jodsaure Natrium: NaJO3 + 3H2S = NaJ + 3H2O + 3S. Nach vollendeter Reduction versetzt man die Lauge mit schwefelsaurem Kupfer und schwefligsaurem Natrium: 2NaJ + 2CuSO4 + Na2SO3 + H2O = Cu2J2 + 2NaHSO4 + Na2SO4. Das ausgeschiedene Kupferjodür wird gewaschen und getrocknet.

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