Titel: Ueber die Anzucht des Weinstockes aus Samen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 253/Miszelle 7 (S. 90–91)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj253/mi253mi02_7

Ueber die Anzucht des Weinstockes aus Samen.

Nach umfaſsenden Versuchen von F. Nobbe (Landwirthschaftliche Versuchsstationen, 1884 Bd. 30 S. 229) sind die Samen des Weinstockes in der Regel nur in geringem Procentsatze keimfähig und ist auſserdem ihre Keimungsenergie sehr schwach. Während Kleearten, Getreide u. dgl. bereits in 2 bis |91| [...]Tagen die gröſste Anzahl der überhaupt keimfähigen Samen im Keimbette zu entwickeln pflegen, wurde dieses bei den Weinbeeren, wie bei den Samen vieler Bäume und Sträucher, erst nach Verlauf mehrerer Wochen und selbst Monate erreicht. Die Samen hochedler Weinsorten scheinen ein schwächeres Keimungsvermögen zu besitzen als diejenigen gemeinerer Sorten. Frisch den Beeren entnommene, gut gereifte Traubenkerne keimten am besten, dagegen hatten an der Luft stark getrocknete Weinbeersamen an ihrer an sich geringen Keimkraft Einbuſse erlitten. Auch Nachreife der Samen in den Beeren bis zum rosinenartigen Eintrocknen der letzteren übte eher einen nachtheiligen Einfluſs auf die Lebenskraft. Temperaturerhöhung des Keimbettes über 18° bis 20° hinaus (bis zu 25 und 30°) war ohne förderlichen Erfolg. Eine schwache Gährung der Samen in den Trestern (2 bis 3 Tage lang) übte einen günstigen Einfluſs auf die Keimung der unmittelbar darauf ausgesäeten Traubenkerne eine 6 Tage lang andauernde Einwirkung dieser Vorgänge zerstörte die Keimkraft der Kerne vollständig.

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