Titel: Erzeugung von gemusterten Haardecken auf Stoffen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 253/Miszelle 4 (S. 133)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj253/mi253mi03_4

Erzeugung von gemusterten Haardecken auf Stoffen.

Ganz ähnlich wie Nos d'Argence und Chendelier (vgl. 1878 220 * 13 bezieh. * 252) stellen auch A. Labrosse und J. Richard in Sedan (* D. R. P. Kl. 8 Nr. 24678 vom 13. März 1883) gemusterte Haardecken her, indem sie den Stoff durch einen nach dem Muster durchlochten Blechcylinder hindurch mit Hilfe einer Walze aufrauhen. Diese Einrichtung kann gleich auf dem Webstuhle oder auf der Schermaschine angebracht sein. Der Mustercylinder erhält eine innere Verzahnung und wird durch ein kleines Getriebe mit dem Stoffe bewegt. Man zieht auch den Stoff über eine gravirte Walze, oberhalb welcher die Aufrichtwalze liegt.

Feodor Beer in Liegnitz (* D. R. P. Kl. 8 Nr. 24597 vom 31. December 1882) erzielt die Muster durch Ausscheren der vertieften Stellen. Ein flache Schablone oder ein Mustercylinder, je nachdem eine Quer- bezieh. eine Langschermaschine zur Anwendung kommt, wird auf den Stoff gepreſst und die Messer scheren dann die freien Stellen aus. Es kann auch ebenso ein Tisch verwendet werden, in welchen das Muster vertieft gravirt ist. (Vgl. Giering 1879 234 * 113.)

Auf eine andere Weise, ohne Zuhilfenahme eines Rauh- oder Schercylinders, stellt W. Spindler in Berlin nach der Deutschen Allgemeinen Polytechnischen Zeitung, 1883 S. 538 vertiefte Muster auf Stoffen her. Das Muster wird mittels Handformen oder Maschinen mit einer breiigen Masse aufgedruckt und wird der Stoff dann einige Zeit sich selbst überlassen, damit die Masse ihre theils beizende, theils lösende, theils verfilzende Wirkung ausüben kann. Beim nachfolgenden Waschen und Dämpfen des Stoffes kommen dann die Muster zum Vorscheine. Die aufzudruckenden Massen bestehen: aus pastenförmigen Mischungen von Stärke oder anderen Masse gebenden Stoffen mit ätzenden Alkalien, mit oder ohne Zusatz von Beizsalzen; aus Mischungen von Stärke mit Säuren, mit oder ohne Beizsalze, aus Mischungen von Stärke mit Beizsalzen allein. Als Agenden kommen z.B. Natronlauge, Salzsäure, Salpetersäure, Zinnsalz, doppelchromsaures Kali zur Verwendung. Als zweckmäſsig erweisen sich z.B. Mischungen von 2 Th. Stärke, 3 Th. Wasser und 1½ Th. Zinnsalz, oder für andere Gewebe 5 Th. Stärke, 2 Th. Wasser, 3 Th. Salzsäure und 1 Th. Zinnsalz.

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