Titel: Kieselsäure als Düngemittel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 253/Miszelle 6 (S. 174)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj253/mi253mi04_6

Kieselsäure als Düngemittel.

Nach Versuchen von C. Kreuzhage und E. Wolff (Landwirthschaftliche Versuchsstationen, 1884 Bd. 30 S. 161) über die Bedeutung der Kieselsäure für die Entwickelung der Haferpflanze wird unter sonst geeigneten Verhältnissen bei den Halmfrüchten durch die Aufnahme von Kieselsäure oft eine bessere Ausnutzung der übrigen oder eigentlichen Nährstoffe bewirkt; namentlich ist aber eine vollkommene Ausbildung der Körner und somit der ganzen Pflanze mehr gesichert, als wenn eine solche Aufnahme in ausreichendem Maſse nicht stattfinden kann. Andererseits ergaben frühere in Hohenheim ausgeführte Versuche, daſs die einseitige Steigerung des Gehaltes der Nährstofflösung an Phosphorsäure ebenfalls günstig wirkt für Quantität und Qualität der erzeugten Körner, namentlich dann, wenn die Vegetation eine verhältniſsmäſsig üppige ist.

Diese Thatsachen dürfen aber nicht ohne weiteres und direkt auf die landwirthschaftliche Praxis, wie dieselbe unter normalen Verhältnissen sich gestaltet, übertragen und daraus vielleicht gefolgert werden, daſs die Kieselsäure im Dünger gleichsam die Phosphorsäure ersetzen kann und daſs auch die erstere unter allen oder doch vorherrschend vorhandenen Umständen günstig wirken muſs für die Körnerbildung der Halmfrüchte. Dies kann höchstens bei einem stark humosen oder überhaupt an Stickstoffnahrung übermäſsig reichen Boden der Fall sein und auch dann ist die Nothwendigkeit einer gleichzeitigen reichlichen Zufuhr von Phosphorsäure nicht vermindert, auſserdem aber noch völlig unbekannt, in welcher Form oder Verbindung etwa die Kieselsäure in praktisch lohnender Weise dem Acker zugeführt werden könnte. Als völlig verfehlt ist der Versuch zu bezeichnen: sogen. Kieselsäurepoudrette in den Handel zu bringen.

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