Titel: Zur Kenntniſs des Kümmelöles.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 253/Miszelle 9 (S. 175–176)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj253/mi253mi04_9

Zur Kenntniſs des Kümmelöles.

Nach F. A. Flückiger (Archiv der Pharmacie, 1884 Bd. 222 S. 361) hat das Carvol von H. Hänsel in Pirna ein specifisches Gewicht 0,960 bei 18,75°, siedet bei 224° und zeigt im Wild'schen Polaristrobometer bei einer Säulenlänge von 50mm eine Ablenkung nach rechts um 29,1° bei 18,5° Temperatur, während völlig reines Carvol um 29,4° nach rechts dreht (vgl. 1883 249 393), Carven aber um 53° bei einer Temperatur von 20°. Carven siedet bei 174° und hat 0,849 sp. G. bei 15°, mit Wasser von gleicher Temperatur verglichen. Werden 5 Th. Carven nach und nach mit 1 Th. Schwefelsäure von 1,55 sp. G. vermischt und dann mit Wasser gemischt, so erhält man ein polymerisirtes Carven als syrupartige Flüssigkeit, welche die Polarisationsebene nicht mehr dreht. Schüttelt man das Carven kürzere Zeit mit geringeren Mengen jener Schwefelsäure, so nimmt es einen etwas feineren Geruch an, welcher sogar einigermaſsen an Citronenöl erinnert. Schon das unveränderte Carven besitzt durchaus nicht |176| den gemeinen Geruch des rohen Kümmelöles; man möchte fragen, was bei der Rectification aus diesem Gerüche wird, da ja auch das Carvol in noch höherem Grade einen feinen Geruch darbietet.

Die deutsche Pharmacopoea schreibt dem Carvol, d.h. ihrem Oleum Carvi, die Eigenschaft zu, nach Verdünnung mit gleich viel Weingeist auf Zusatz eines Tropfens Eisenchlorid violett oder röthlich gefärbt zu werden. Diese Eigenschaft nimmt das Carvol erst beim Aufbewahren an.

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