Titel: Glühlampen für ein und dieselbe Spannung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 253/Miszelle 3 (S. 213–214)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj253/mi253mi05_3

Glühlampen für ein und dieselbe Spannung.

In der Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 1884 S. 318 wird von C. Fink hervorgehoben, daſs die vorjährige Wiener Ausstellung in so fern einen bedeutsamen Fortschritt in der Construction der Glühlampen aufgewiesen habe, als nach dem Vorgange von Siemens und Halske in Berlin (vgl. 1883 249 41) die Glühlampen von fast allen Fabrikanten auf die nämliche Spannung berechnet und für dieselbe hergestellt wurden. Bis dahin wählte jeder Fabrikant von Glühlichtern für seine Lampen die ihm gerade geeignet erscheinenden Abmessungen; daher gab es eben so viele „Systeme“. Wegen der von den verschiedenen Fabrikanten für ihre Lampen gewählten verschiedenen Spannungen konnte man daher z.B. mit Maschinen, welche für Edison'sche, Lampen gebaut waren, keines der übrigen Lampen-„Systeme“ betreiben, nicht einmal Lampen verschiedener Lichtstärken desselben Fabrikanten anwenden. Die Edison-A-Lampen waren z.B. für 104 Volt und 0,74 Ampére, die B-Lampen (mit halb so langen Kohlenfasern) für 52 Volt und 0,74 Ampére eingerichtet. Swan hatte seine Lampen für 45 Volt und 1,4 Ampére bemessen, Lane Fox zu 42 Volt und 1,6 Ampére, Maxim zu 60 Volt und 1,4 Ampére u.s.w. Das Bestreben, die Accumulatoren möglichst in Aufnahme zu bringen, führte sogar schlieſslich dahin, Lampen für ganz geringe Spannungen anzufertigen. Alle von Siemens und Halske neuerdings hergestellten Glühlampen von der kleinsten bis zur gröſsten sind für 100 Volt Spannung bemessen; die Unterschiede in der Lichtstärke werden durch den geringeren oder gröſseren Querschnitt der Kohlenfaser erreicht. Lampen gröſserer Lichtstärken verbrauchen somit allerdings eine entsprechend gröſsere Strommenge als solche von geringerer Lichtstärke; aber alle brennen in ein und demselben Stromkreise, eine kann für die andere ohne weiteres eingesetzt |214| werden. Die 50 Lampen, welche Siemens und Halske in dem Stromkreise einer Compoundmaschine eingeschaltet vorführten, waren z.B. von allen möglichen Lichtstärken von 10 bis zu 50 Normalkerzen.

Diesem Beispiele folgen jetzt fast ausnahmslos alle Glühlampenfabrikanten, namentlich Edison, Swan, Lane Fox; „100 Volt“ sind jetzt zur Normalspannung geworden.

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