Titel: Ueber das Zurückgehen des Superphosphates.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 253/Miszelle 5 (S. 214–215)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj253/mi253mi05_5

Ueber das Zurückgehen des Superphosphates.

Nach W. Knop (Landwirthschaftliche Versuchsstationen, 1884 Bd. 30 S. 287) ist das sog. Zurückgehen des Superphosphates nur in besonderen Fällen darauf zurückzuführen, daſs zum Aufschlieſsen Eisenoxyd und Thonerde haltiger Phosphate zu wenig Schwefelsäure angewendet ist. Die Beobachtung Märcker's (Jahresbericht der chemischen Technologie, 1883 S. 386), daſs in Blechdosen aufbewahrte Superphosphatproben zurückgehen, ist wohl weniger durch Einwirkung der Säure auf das Blech als durch Verdunstung von Feuchtigkeit aus den undichten Dosen zu erklären. Knop hat nun beobachtet, daſs die Verbindung CaH4(PO4)2, das sog. Superphosphat, das Bestreben hat, in concentrirten Massen zweibasisches Salz Ca2H2(PO4)2H2O auszuscheiden. Bei 170° geht es in CaHPO4 und beim Glühen in Ca2P2O7 über. Die Wasser haltigen Niederschläge lösen sich nicht merklich beim Kochen mit Wasser, auch dann nicht, wenn man Essigsäure hinzufügt, ebenso wenig nach Zusatz von citronensaurem Ammoniak, aber vollständig auf Zusatz von Salzsaure. Das geglühte Salz löst sich auch hierin nur träge und häufig mit Hinterlassung eines fast unlöslichen geringen Rückstandes. Bei der Anwendung des geglühten Salzes zu den Kalkbestimmungen muſste dasselbe in concentrirter Salzsäure gelöst werden.

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Unter gewissen Umständen läſst sich also jedenfalls das Zurückgehen des Superphosphates aus dieser Eigenschaft erklären, denn wenn bei der Bildung des zweibasischen Salzes CaHPO4 auch das übrige Superphosphat verhältniſsmäſsig noch reicher an Phosphorsäure werden muſs, so wird der Gesammtgehalt an wasserlöslicher Säure doch in dem Maſse absolut geringer werden, als dieses zweibasische Salz sich bildet und den unlöslichen Rückstand von Gyps u. dgl. vermehrt.

Bekanntlich entstellt, wenn man den Kalk in Phosphaten auf die Weise bestimmt, daſs man dieselben zuerst in Salzsäure löst, dann mit Ammoniak fällt und nun wieder durch Zusatz von Essigsäure löst, um den Kalk aus solcher Lösung durch oxalsaures Ammoniak zu fällen, leicht ein unlösliches Phosphat, wenn man die essigsaure Lösung kocht. Man hat diese Erscheinung wohl meistens aus einem Krystallinischwerden des dreibasisch-phosphorsauren Kalkes abgeleitet. Es ist aber wohl unzweifelhaft, daſs auch diese Ausscheidung auf der Bildung dieses zweibasisch-phosphorsauren Kalkes beruht, indem die Essigsäure bei Siedehitze ein Drittel des Kalkes bindet.

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