Titel: Zur Kenntniſs des Coniins.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 253/Miszelle 8 (S. 254–255)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj253/mi253mi06_8

Zur Kenntniſs des Coniins.

A. W. Hofmann (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1884 S. 825) hat trockenes salzsaures Coniin mit Zinkstaub destillirt. Gegen Erwarten bildete sich eine bei 166 bis 168° siedende Base, Conyrin genannt, nach der Formel C8H17N = C8H11N + 3H2. Das Verhalten gegen Jodmethyl zeigt, daſs das Conyrin eine Pyridinbase ist. Durch Jodwasserstoff wird dasselbe wieder in Coniin übergeführt.

Durch die Ueberführung einer unzweifelhaften Pyridinbase in Coniin ist |255| die Synthese des letzteren der Verwirklichung um einen Schritt näher geführt. Es bedarf nunmehr nur noch der Umwandlung des Pyridins in das Orthopropylpyridin (Conyrin). Man kann nicht daran zweifeln, daſs dieselbe auf dem Wege gelingen wird, welcher mit Erfolg bei der Alkylirung des Anilins eingeschlagen worden ist. Bei der Einwirkung der Alkyljodide auf das Anilin oder, was dasselbe ist, des Alkohols auf die Chlorhydrate, bei sehr hohen Temperaturen, hat Hofmann eine groſse Reihe höherer Homologe des Anilins gewonnen. Die Alkylirung vollzieht sich in dem Falle so leicht, daſs der Prozeſs bereits eine umfassende industrielle Verwerthung gefunden hat. Indem Ladenburg a. a. O. 1883 S. 2059 diese in der Anilinreihe erprobte Methode auf das Pyridin anwendete, ist es ihm gelungen, höhere Homologe dieser Base zu gewinnen. Bis jetzt hat er nur das Aethylpyridin beschrieben; es läſst sich jedoch nicht bezweifeln, daſs sich auf demselben Wege auch die Propylpyridine werden gewinnen lassen. Allein die Synthese des Coniins wird sich vielleicht noch einfacher durch die Einwirkung des Propyljodids bei hoher Temperatur auf das Piperidin bewerkstelligen lassen.

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