Titel: Ueber Diresorcin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 253/Miszelle 11 (S. 351–352)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj253/mi253mi08_11

Ueber Diresorcin.

Bei Versuchen, welche in der Fabrik von E. Merck in Darmstadt im gröſseren Maſsstabe ausgeführt wurden, ergab sich beim Schmelzen von Resorcin mit Aetznatron und Ausziehen der neutralisirten Schmelze mit Aether ein Rückstand, welcher nach dem Umkrystallisiren meist 25 bis 35 Proc. Diresorcin |352| enthielt. Nach R. Benedikt (Monatshefte für Chemie, 1884 S. 177) kann man aus dem Gemenge von Diresorcin und Phloroglucin die Hauptmasse des ersteren sehr leicht und vollständig rein gewinnen, wenn man 1 Th. des Productes in etwa 7 bis 8 Th. siedenden Wassers löst und so weit abkühlen läſst, bis der gröſste Theil des Diresorcins in langen Nadeln ausgeschieden ist. Dies ist meist der Fall, wenn die Temperatur auf etwa 30° gesunken ist. Man filtrirt dann rasch ab, aus dem Filtrate scheidet sich nach kurzer Zeit noch eine kleine Menge Diresorcin aus und erst nach längerem Stehen beginnen sich körnige Krystalle von Phloroglucin anzusetzen. Einmaliges Umkrystallisiren des Diresorcins genügt vollkommen, um es von den letzten Spuren Phloroglucin zu befreien. Diresorcin schmilzt bei 310°.

Weit schwieriger erhält man das Phloroglucin frei von Diresorcin. Durch fractionirte Krystallisation kann man zwar die Hauptmenge des Diresorcins entfernen; ein kleiner Antheil desselben krystallisirt aber doch immer mit dem Phloroglucin zusammen aus, so daſs bis heute eine leichte und vollständige Trennung noch nicht gelungen ist. Auch ist es nicht ganz sicher, ob das Krystallgemenge nicht noch einen dritten Bestandtheil, vielleicht ein isomeres Diresorcin in kleinen Antheilen enthalte.

Diresorcin gibt mit Essigsäureanhydrid und Natriumacetat: C12H6(OC2H3O)4, mit rauchender Salpetersäure: C12(NO2)6(OH)4, mit Brom: C12Br6(OBr)4, ferner mit Phtalsäureanhydrid und Chlorzinn Diresorcinphtaleïn: C12H10O4 + C8H4O3 = C20H12O6 + H2O.

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