Titel: Siemens und Halske's funkenlose Unterbrechung starker Ströme.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 253/Miszelle 8 (S. 390)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj253/mi253mi09_8

Siemens und Halske's funkenlose Unterbrechung starker Ströme.

Um bei Kraftübertragungen, welche mit starken hochgespannten Strömen arbeiten, den Strom ohne die zerstörenden Unterbrechungsfunken sowohl an der primären, wie an der secundären Dynamomaschine sofort in zuverlässiger Weise unterbrechen zu können, verfahren Siemens und Halske in Berlin (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 26175 vom 18. August 1883) in folgender Weise.

In der primären Maschine wird der Strom durch Kurzschlieſsung der die Magnete erregenden Wickelung unterbrochen und so ein plötzliches Verschwinden des Stromes ohne jede Funkenbildung erzielt. In der secundären Maschine wird die Unterbrechung des Stromes erst durch eine möglichst langsame und stufenweise Einschaltung von geeigneten Widerständen vorbereitet, um dann den an Intensität geschwächten Strom auf eine möglichst funkenlose Weise zu unterbrechen. Die Wahl der Widerstände fiel nach langen Versuchen auf Drahtgaze oder auf netzartige Gespinnste von Metallfäden. Dieselben bewähren sich namentlich wegen ihrer vorzüglichen Abkühlungsfähigkeit vollkommen. Die Leichtigkeit der Abkühlung wird erhöht, wenn man die Längsfäden von möglichst hohem specifischem Widerstände, dagegen die Querfäden namentlich mit Rücksicht auf gute Wärmeleitung wählt.

Die schlieſsliche möglichst funkenlose Unterbrechung des Stromes wird durch einen Flüssigkeitsausschalter bewirkt. Ein oberes (mit dem positiven Pole der Maschine verbundenes) Metallgefäſs, auf dessen unteres Ende ein durchlöchertes Blech aufgesteckt ist, taucht, so lange der Stromkreis geschlossen bleibt, in ein unteres Metallgefäſs ein, mit welchem ersteres durch einen Gummischlauch verbunden ist. Das obere Gefäſs füllt sich dabei mit der im unteren Gefäſse befindlichen leitenden Flüssigkeit, z.B. angesäuerter Kupfervitriollösung. Soll der Stromkreis geöffnet werden, so wird das obere Gefäſs gehoben, wobei es sich allmählich entleert. Die Oeffnung geschieht hierbei ohne den geringsten Funken. Die Zeitdauer der Oeffnung hängt von den Abmessungen der Gefäſse und der Anzahl der Löcher in dem Bleche ab, kann also beliebig verändert werden. Auch die Wahl der Flüssigkeit kommt in diesem Sinne in Betracht.

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