Titel: D. Gestetner's Verfahren zur Vervielfältigung von Schriften.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 253/Miszelle 4 (S. 531–532)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj253/mi253mi12_4

D. Gestetner's Verfahren zur Vervielfältigung von Schriften.

Nach der Badischen Gewerbezeitung, 1884 S. 247 wird von Gebrüder Leichtlin in Karlsruhe ein von D. Gestetner erfundener, Cyclostyle genannter Apparat zur Vervielfältigung von Schriften in den Handel gebracht, welcher auf einer ähnlichen Idee beruht wie Edison's Feder (vgl. 1877 223 221). Es wird nämlich ein Durchdruckbogen aus einem besonders vorbereiteten Papiere angefertigt, auf welchem die Schrift aus einer Menge kleiner Durchbrechungen gebildet wird. Dieser Durchdruckbogen wird dann auf gewöhnliches Papier aufgelegt und Druckfarbe durch denselben hindurchgerieben, wodurch die Schrift auf dem unteren Blatte wiederholt erscheint. Aber während bei Edison's Verfahren die Schrift durch eine von einem kleinen Elektromotore mit gröſser Geschwindigkeit auf- und abgetriebene Nadel in den Durchdruckbogen eingestochen wird, benutzt man hier nur einen Halter mit einem in der Spitze gelagerten scharfzahnigen Stahl-Mädchen, welcher ganz wie beim gewöhnlichen Schreiben über das auf einer |532| Zinkplatte liegende Papierblatt hingeführt wird. Hierbei schneidet das Rädchen die Schriftzüge derart in das Papier ein, daſs dieselben aus lauter eng an einander gereihten parallelen Strichen zusammengesetzt sind. Von diesem Durchdruckbogen sollen dann bis zu 5000 Abdrücke in oben beschriebener Weise auf anderes Papier übertragen werden können, wobei die Zinkplatte ebenfalls als Unterlage benutzt wird. Die Schriftzüge besitzen ein eigenartiges Aussehen, da Grund- und Haarstriche nicht unterschieden sind.

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