Titel: Ebeling's elektrische Signaleinrichtung zwischen der Förderschale und dem Maschinisten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 253/Miszelle 5 (S. 532–533)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj253/mi253mi12_5

Ebeling's elektrische Signaleinrichtung zwischen der Förderschale und dem Maschinisten.

In einem längeren, im Berg- und Hüttenmännischen Jahrbuche, 1884 Bd. 32 Heft 1 und 2 abgedruckten Aufsatze über die „Elektricität im Dienste des Berg- und Hüttenmannes“ von F. J. Poech in Wien wird (auf * S. 200) eine von dem Maschinenmeister Ebeling im Waldenburgischen herrührende Einrichtung beschrieben, welche vom Förderkorbe aus dem Maschinisten elektrische Signale zu geben gestattet und auch eine telephonische Verbindung mit demselben herzustellen. Die erforderliche Leitung und Rückleitung bildet das Förderseil und ein im Schachte gespannter Kupferstreifen. Es sind nämlich unter einzelnen Einstrichen, etwa 3m von einander entfernt, Porzellan-Isolatoren so eingeschraubt, daſs diese durch die Schachthölzer vor herabfallender Fördermasse geschützt werden. An diese Isolirglocken sind kurze Stückchen harten Holzes befestigt, welche um etwa 30 bis 40mm vor den Einstrich treten. An die Holzstücke wird der ganzen Länge des Schachtes nach ein Kupferstreifen mittels versenkter Holzschrauben befestigt, indem man denselben den Schacht frei hinabhängen läſst, an dem tiefsten Punkte befestigt, hierauf straff anzieht und an den schon vorher richtig eingestellten Holzbrettchen verschraubt. Vom Kupferstreifen geht obertags ein isolirter Kupferdraht in das Maschinenhaus an einen Umschalter, welcher denselben entweder mit dem einen Pole der Batterie, oder mit der einen Klemme des Telephons in Verbindung bringt. Drähte verbinden den zweiten Pol der Batterie und die zweite Klemme des Telephons mit den Metallmassen der Fördermaschine, von denen aus das Förderseil eine bequeme Rückleitung bietet.

An dem Förderkorbe wird, gut isolirt durch eine Hartgummischeibe, eine Federbüchse angebracht; aus dieser steht ein genau auf den Kupferstreifen zeigender, mit einer Metallbürste besetzter Contactstift vor, wird aber durch einen dabei wagerecht stehenden Arretirungs- und Contacthebel vom Kupferstreifen fern gehalten.

Will der Fahrende dem Maschinenwärter Signale geben, so stellt er den Contacthebel lothrecht nach unten und macht so den Contactstift frei, so daſs derselbe von einer in der Büchse untergebrachten Spiralfeder nach auſsen gegen den Kupferstreifen gepreſst werden kann. Zum Schlieſsen des Stromkreises ist aber dann noch nöthig, daſs der durch die Hartgummischeibe gegen den Förderkorb isolirte Contacthebel auf einen Contactknopf am Fördergestelle gedrückt werde. Durch öfteres Andrücken und Loslassen ist man im Stande, jedes beliebige Signal zu geben.

Soll zwischen dem Fahrenden und dem Maschinenführer ein mündlicher Gedankenaustausch durch das Telephon stattfinden, so wird auf ein Glockensignal hin die Fördermaschine zum Stillstande gebracht, Batterie und Glocke aus dem Stromkreise geschaltet und in der Förderschale ein vom Fahrenden mitgenommenes Telephon in den Stromkreis eingeführt.

Besitzt der Schacht Seilführung, so ist die Contactvorrichtung noch leichter herzustellen, weil es dann statt des Kupferstreifens nur eines im Schachtsumpfe und an der Hängebank zu befestigenden Kupferdrahtes bedarf, welcher von zwei an der Förderschale sitzenden, mit Hartgummi, Porzellan, Glas u.s.w. ausgebüchsten und 0,3 bis 0m,4 von einander abstehenden Führungen umschlossen wird, zwischen denen der Stift der Federbüchse mit dem Kupferdrahte Contact macht.

Die Ebeling'sche Vorrichtung kann, mit einigen Ergänzungen versehen, auch zur gewöhnlichen Fördersignalisirung verwendet werden. Man muſs zu diesem Zwecke für eine zweite Leitung vom Füllorte bis zur Batterie Sorge tragen, |533| was einfach in der Weise geschieht, daſs man einen am Maschinenrahmen befestigten und den Schacht hinabhängenden Eisendraht oder die Erde als Rückleitung benutzt. Die Signale werden mittels eines gewöhnlichen Tasters gegeben.

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