Titel: Herstellung von Mineralwasser mit flüssiger Kohlensäure.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 256 (S. 122–124)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj256/ar256052

Apparat zur Herstellung von Mineralwasser mit flüssiger Kohlensäure.

Mit Abbildung.

Die von H. Kunheim und W. Raydt für Bierdruckapparate (vgl. 1881 239 210. 1884 252 530) und Feuerlöschzwecke (vgl. 1881 242 230. 1883 248 429) bereits mit Erfolg verwendete flüssige Kohlensäure, welche in der Kunheim'schen Fabrik Niederschönweide bei Berlin aus Marmor und Salzsäure, in einer neuen Anlage bei Burgbrohl aus natürlicher Kohlensäure gewonnen wird, hat jetzt auch eine beachtenswerthe Verwendung zur Herstellung Kohlensäure haltiger Getränke gefunden.

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Die nachstehende Figur zeigt einen solchen Apparat., wie er von F. Heuser und Comp. in Hannover geliefert wird. Nachdem mit Hilfe der kleinen Pumpe i und durch Oeffnen der Hähne k und h Wasser bei e in den Mischkessel l gedrückt ist, werden diese Hähne geschlossen und wird durch Oeffnen des Hahnes a und Linksdrehen des auf der Kohlensäureflasche o befindlichen Ventilschlüssels n Kohlensäure in den Vertheilungskessel p gelassen, bis das Manometer c 4 bis 5at Druck anzeigt.

Textabbildung Bd. 256, S. 123

Hierauf wird das Ventil m der Kohlensäureflasche durch Rechtsdrehen |124| des Schlüssels n geschlossen und durch Oeffnen der Hähne b und f die Kohlensäure in den Mischkessel l übergeführt und das Rührwerk einige Mal umgedreht. Um die darin befindliche Luft zu beseitigen, ist es erforderlich, zunächst bei einem Drucke von 1 bis 2at durch Rühren zu sättigen und dann durch das Oeffnen des Hahnes h die Luft aus dem Mischgefäſse etwas abzublasen. Nach Schlieſsen desselben wird wieder Kohlensäure in den Mischkessel gelassen und umgerührt, beides so lange, bis das Manometer d des Mischkessels dauernd 4at zeigt, was nach wenigen Minuten der Fall ist. Das Wasser ist dann gesättigt und kann sofort auf Flaschen gezogen werden. Während des Abfüllens gibt man noch etwas Kohlensäure in den Mischkessel, damit der Druck nicht unter 3at sinkt.

Der Apparat ist (bei r, g und q) so eingerichtet, daſs sowohl Patentflaschen, als auch gewöhnliche Korkflaschen zur Füllung gelangen können; bei ersteren ist ein Druck von mindestens 4at im Mischkessel erforderlich, während bei den letzteren meist ein solcher von 3at genügt.

Ist das Mischgefäſs entleert, so kann die in demselben noch befindliche Kohlensäure dadurch wieder nutzbar gemacht werden, daſs man mit Hilfe der Pumpe i neues Wasser einpumpt, hierbei aber nicht, wie bei der ersten Füllung, den Lufthahn h offen läſst, sondern denselben geschlossen hält und nur dann ganz wenig öffnet, wenn das Rührwerk einige Male gedreht ist, oder wenn der Druck beim Einpumpen über 5at steigt.

Die Handhabung des Apparates ist, wie sich Referent überzeugte, die denkbar einfachste und das damit erzielte Getränk von tadelloser Beschaffenheit.

F.

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