Titel: Scheffler, über Dampfkessel ohne Quernähte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 256 (S. 149)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj256/ar256061

Amerikanische Kesselconstruction ohne Quernähte.

Die Fortschritte, welche in den letzten Jahren in der Herstellung groſser Eisen- und namentlich groſser Stahlplatten gemacht worden sind., haben, wie F. A. Scheffler vor der American Society of Mechanical Engineers bezieh. im Iron, 1885 Bd. 25 S. 133 berichtet, ein Eisenwerk in Erie, Pa., Nordamerika, veranlaſst, die Anzahl der Platten von Kesselmänteln bis auf zwei zu vermindern und alle Quernähte an denselben zu vermeiden. Die Bleche werden dabei in der Querrichtung gebogen, was bei Stahlblechen unbedenklich sein wird. Zuerst wurden die Platten in die Cylinderform gehämmert, später jedoch wurden hohle Walzen von 4m,98 Länge, 0m,36 Durchmesser und 67mm Wandstärke in gewöhnlicher Weise dazu benutzt. Die Walzen wurden anfänglich mittels Riemen mit 3 Umdrehungen in der Minute angetrieben; da sich dies aber für gröſsere Platten als ungenügend erwies, wurde eine besondere kleine Maschine zum unmittelbaren Antriebe der Walzen verwendet. Auf diese Weise wurde z.B. im September v. J. ein Kessel von 4m,88 Länge und 1m,52; Durchmesser aus. 2 Stahlplatten von 10mm Dicke (abgesehen von den Böden) hergestellt.

Die bedeutenden Vortheile einer derartigen Construction liegen sehr nahe. Da Quernähte nicht vorhanden sind und die beiden Längsnähte noch über die Wasserlinie gelegt werden, so ist gar keine Naht dem Feuer ausgesetzt, wenn nicht die hintere Bodennaht zum Theile im Feuer liegen sollte. Es ist daher auch ein Lecken des Kessels und das im Gefolge davon auftretende Rosten der Bleche nicht zu befürchten. Da die Bleche an den Nähten im Allgemeinen durch die Nietlöcher etwas geschwächt sind, so werden solche Kessel mit nur zwei Längsnähten stärker sein als gewöhnliche Kessel. Endlich ist die Reinigung wegen des Fortfalles der Quernähte eine bequemere und die das Festsetzen von Schlamm und Kesselstein so begünstigenden Nietköpfe und Blechkanten in der unteren Kesselhälfte sind vermieden.

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