Titel: Neue Hochquellenleitungen für die Stadt Paris.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 256/Miszelle 3 (S. 46)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj256/mi256mi01_3

Neue Hochquellenleitungen für die Stadt Paris.

Paris wird, wie französische Zeitungen melden, durch zwei neue Hochleitungen Quellwasser zugeführt erhalten. Die eine derselben wird unweit Evreux den Fluſs Avre aufnehmen, ihre Länge beträgt bis Paris 134km; die andere geht von Provins nach Paris, hat eine Ausdehnung von 135km und soll den gröſsten Theil des Wassers der Voulzie den Parisern zuführen. Jede der beiden Leitungen bringt täglich 120000cbm Wasser nach Paris; da das Wasser in einer Höhe von 80 und 95m ankommt, besitzt es hinreichenden Druck, kann also leicht in die gröſstentheils 32 bis 70m über dem Meere liegende Stadt vertheilt werden. Von früher her besitzt Paris die Hochleitung der Dhuys, welche 4000cbm Wasser bringt, und seit 1874 diejenige der Vanne, welche 100000cbm liefert und 139km lang ist, Auſserdem verbraucht Paris schon längst das Wasser des Ourcq und der Givette, welches jedoch so schlecht und unrein ist, daſs es nicht als Quellwasser angesehen werden kann. Ferner werden immer noch ⅔ des durch die städtischen Leitungen gespendeten Wassers mittels groſser Maschinen aus der Seine und Marne gehoben. Das Wasser dieser beiden Flüsse wird auch nach Herstellung der beiden neuen Hochleitungen nicht zu entbehren sein. Vanne, Dhuys, Avre und Voulzie werden zusammen 380000cbm Wasser liefern, welche gerade zum Trinken und zum Hausgebrauche hinreichen werden. Für Wasch- und Badeanstalten, Fabriken, zum Begieſsen der Anlagen und Straſsen u. dgl. ist aber eine ebenso groſse Menge erforderlich. Die Kosten der beiden neuen Hochleitungen belaufen sich auf 64 Millionen Fr.

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