Titel: Heizung der Eisenbahnwagen mittels Elektricität.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 256/Miszelle 4 (S. 46–47)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj256/mi256mi01_4

Heizung der Eisenbahnwagen mittels Elektricität.

Nach den Annales industrielles, 1885 Bd. 1 S. 194 läſst D. Tommasi behufs Heizung der Eisenbahnwagen mittels Elektricität eine Achse des Packwagens eine Dynamomaschine treiben und leitet deren Strom dem ganzen Zuge entlang mit Abzweigung von dünneren Drähten nach und durch jeden Fuſswärmer. Die Fuſswärmer werden vorher mit einem Stoffe gefüllt, der eine groſse latente Schmelzwärme besitzt, z.B. krystallisirtes essigsaures Natron oder auch verschiedene |47| feste Körper. Vor der Abfahrt werden die Fuſswärmer in heiſses Wasser getaucht, in den Zug gebracht und in den Stromkreis eingeschaltet. So lange der Zug still steht, tritt keine besondere Wirkung auf; sobald aber der Zug mit hinreichender Geschwindigkeit fährt, geht der Strom durch die Fuſswärmer, erwärmt die in denselben befindlichen und am Zuge hin laufenden, den Hauptleitungsdrähten an Querschnitt wesentlich nachstehenden Drähte und die so entwickelte Wärme ersetzt den Fuſswärmern die Wärme, welche dem in denselben in Lösung enthaltenen Körper durch die Strahlung entzogen worden ist und zur Erwärmung des Wagens gedient hat. Da die Fuſswärmer für sich allein 3 Stunden wirksam bleiben können, so kann jede durch einen Aufenthalt von kürzerer Dauer eingetretene Abkühlung durch den Strom ausgeglichen werden. Eine solche elektrische Heizung der Wagen würde die Zahl der im Dienste befindlichen Fuſswärmer verkleinern und die Kosten für die Einrichtung, Instandhaltung und Bedienung vermindern, ebenso die für die Reisenden so lästige Auswechselung der Fuſswärmer überflüssig machen. (Vgl. O. Rose 1884 254 * 121.)

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