Titel: Die Herstellung billiger Cocostoiletteseifen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 256/Miszelle 6 (S. 47–48)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj256/mi256mi01_6

Die Herstellung billiger Cocostoiletteseifen.

Nach F. Eichbaum (Seifenfabrikant, 1885 S. 62) hat das sogen. Füllen der Cocosseifen bereits eine groſse Ausdehnung erlangt.

Die durch Wasserglas vermehrten Seifen haben in erster Zeit ein schönes transparentes Aeuſsere; sowie solche sich aber länger auf Lager befinden, trocknen sie sehr ein, werden äuſserst fest und zeigen auf der Oberfläche eine harte Kruste. Diese hart gewordenen Seifen waschen und schäumen schwer, wirken auch, durch die Härte und den durch das Wasserglas in die Seife gebrachten überschüssigen Alkaligehalt ätzend und nachtheilig auf die Haut.

Salzwasser, 15 bis 20° B. stark, wird sehr wenig und dann gewöhnlich gemeinschaftlich mit Wasserglas zur Vermehrung der billigen Toiletteseifen verwendet. Die Seifen erhalten zwar durch diese Füllung ein sehr transparentes Ansehen; doch trocknen sie nach einigem Lagern stark ein, werden unansehnlich und zeigen bei Anwendung von noch so geringem Zusätze Salzwasser, je nach der Temperatur, leicht weiſslichen Ausschlag oder werden naſs.

Aehnlich ist es bei Vermehrung der Cocosseifen durch Potaschelösung; wenn die Seifen sich auch bei Anwendung derselben schön transparent zeigen, so werden sie doch bei gröſserem Zusätze leicht weich, trocknen ein, pressen sich auch nicht gut, da sie vielfach in den Stanzen hängen bleiben.

Talk findet entweder allein, oder in Gemeinschaft mit Wasserglas zum Füllen der geringen Toiletteseifen Verwendung. Den Seifen lassen sich vom Talk zwar 30 bis 40 Proc. zusetzen; doch ist der Procentsatz gewöhnlich ein bedeutend niedrigerer. Die Anwendung des Talkes erfolgt meistens in der Weise, daſs man dasselbe mit etwas Cocosöl anrührt und dann dem ganzen Oelansatze zukrückt.

Eichbaum bespricht dann lobend namentlich das Transparentfüllungsmittel für Toiletteseifen von der Firma Baerle und Sponnagel, welche seit Jahren die Seifensieder mit Wasserglas zum Vermehren der Seifen versorgt.

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Der Behauptung Eichbaum's, daſs das Füllen bezieh. Vermehren der Seifen unter den heutigen Zeitverhältnissen nothwendig sei, vermag Referent nicht zuzustimmen, hält vielmehr das Füllen der Seife ebenso gut für Betrug wie das Beschweren der Faserstoffe.

F.

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