Titel: Caseïnkitt als Ersatz für arabisches Gummi.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 256/Miszelle 9 (S. 96)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj256/mi256mi02_9

Caseïnkitt als Ersatz für arabisches Gummi.

Da in Folge der afrikanischen Unruhen die Preise für Gummi arabicum sehr gestiegen sind, so versuchte R. Kayser (Mittheilungen des Bayerischen Gewerbemuseums, 1885 S. 36) folgende Herstellung von Caseïnkitt: Man bereitet sich Caseïn durch Erhitzen von Milch mit etwas Weinsteinsäure, wobei sich ersteres bekanntlich ausscheidet. Man kann, besonders wenn man gröſsere Mengen in Arbeit nehmen will, auch die gewöhnlich geronnene, entsahnte Milch, wie bei der Käsebereitung üblich, behandeln. Das erhaltene Caseïn überschüttet man noch in feuchtem Zustande mit einer Lösung von 6 Th. Borax in 100 Th. Wasser und erwärmt gelinde unter Umrühren, wobei das Caseïn in Lösung geht. Von der Boraxlösung setzt man eine solche Menge zu, daſs nur geringe Mengen Caseïn ungelöst zurückbleiben.

Die so erhaltene klare Flüssigkeit besitzt ein sehr groſses Klebevermögen, ist billig und haltbar und überall an Stelle des arabischen Gummi verwendbar, wo letzteres nicht durch Dextrin ersetzt werden kann (vgl. R. Wagner 1856 140 301).

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