Titel: Heizung und Lüftung einer Pariser Schule.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 256/Miszelle 3 (S. 141)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj256/mi256mi03_3

Heizung und Lüftung einer Pariser Schule.

Die École Monge in Paris ist, wie im Genie civil, 1884/5 Bd. 6 * S. 72 mitgetheilt wird, mit Warmwasserheizung und Sauglüftung versehen worden. Für die erstere sind 2 Heizsysteme mit je 3 Wasserheizkesseln angeordnet; von diesen aus werden die Heizkörper gespeist, als welche hauptsächlich mit Rippen versehene Guſseisenröhren verwendet sind, die lothrecht über einander in Kanälen stehen, um vom Boden des Kellergeschosses bis zur Decke des zu Schlafräumen benutzten Obergeschosses in den Ecken der Räume zu führen; diese Kanäle springen in letztere ein. Für einzelne Räume sind statt dieser Rippenröhren cylindrische Wasseröfen angeordnet. Die Lufterneuerung der Räume geschieht in der Weise, daſs unmittelbar von auſsen frische Luft durch kurze, die Auſsenwände in der Höhe der Fuſsböden des Erdgeschosses und ersten Stockwerkes durchdringende Kanäle in die erwähnten lothrechten Eckkanäle zugeleitet wird; diese Luft erwärmt sich, steigt aufwärts und tritt nahe der Decke aus den eigentlich nur als lokale Luftheizkammern wirkenden Eckkanälen in die Räume. Zur Entfernung der Abluft ist ein über Dach führender Saugschlot angebracht, in den die auf dem Dachboden liegenden Sammelkanäle der Abluft münden, welche in dieselben aus den Räumen durch lothrechte Abluftkanäle flieſst, die mit den Räumen nahe dem Fuſsböden in Verbindung stehen. Der Saugschlot wird in der kalten Jahreszeit durch die Ausdehnungsgefäſse der Warmwasserheizung, in der warmen Jahreszeit durch einen besonderen Ofen erwärmt; es ist auch eine Gasheizung vorgesehen, welche bei nothwendiger Erhöhung des Auftriebes in Wirkung gesetzt wird. Es ist in genannter Quelle angegeben, daſs die in die Räume einspringenden Wandungen der Heizkanäle ¼ Stein stark gemauert sind, woraus folgt, daſs die nothwendige Reinigung dieser Kanäle wie der in denselben befindlichen Heizröhren nicht möglich ist, die frische Luft also, ehe letztere in die Räume tritt, stets vorher über verstaubte Flächen ziehen muſs.

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