Titel: Ueber Amido-Alizarin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 256/Miszelle 12 (S. 192)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj256/mi256mi04_12

Ueber Amido-Alizarin.

H. Brunner und E. Chuard (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1885 S. 445) haben gefunden, daſs beim Erhitzen von Erythrit, Mannit, Glykose und Saccharose mit Nitroalizarin und Schwefelsäure ein und dasselbe β-Amidoalizarin, C14H5NH2(OH)2O2, gebildet wird.

1 Th. Nitroalizarin wurde z.B. mit 10 Th. concentrirter Schwefelsäure zu einem Breie angerührt, das Gemenge auf 90 bis 100° erwärmt und nun 5 Th. Erythrit, Mannit, Glykose oder Saccharose eingetragen. Es beginnt sofort eine lebhafte Reaction, die Masse schäumt auf, verdickt sich, wird dunkelbraun und es entweicht Schwefligsäure. Man läſst die Reaction so lange andauern, bis eine Probe mit Kalilauge eine rein blaue Farbe gibt; dann wird in Wasser gegossen, das sich ausscheidende Pulver bis zum Verschwinden der sauren Reaction gewaschen, getrocknet und mit Alkohol ausgezogen. Die nach dem Verdunsten des Alkohols sich ausscheidenden Krystalle wurden durch Umkrystallisiren aus Alkohol oder Eisessig gereinigt und zeigten alle Eigenschaften des β-Amidoalizarins: metallglänzende, dunkelrothe Prismen, welche theilweise unzersetzt sublimiren. In ätzenden Alkalien lösen sie sich mit blauer Farbe und geben diese Lösungen die für β-Amidoalizarin charakteristischen Absorptionsspectren. In Alkohol sind sie mit rothgelber, in concentrirter Schwefelsäure mit dunkelgelber und in Natriumcarbonat mit braunrother Farbe löslich. Thonerdebeizen werden dadurch roth, Eisenbeizen grau violett gefärbt. Bei allen Bereitungsweisen ist die Ausbeute sehr gering.

Die Verfasser schlieſsen daraus u.a., daſs dem Alizarinblau die Constitutionsformel C6H4(CO)2C6H(OH)2.N(CH)2CH2 zukomme.

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