Titel: Meſsmaschinen für Gewebe mit Druckvorrichtung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 256/Miszelle 3 (S. 328–329)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj256/mi256mi07_3

Meſsmaschinen für Gewebe mit Druckvorrichtung.

Beim Verschneiden ganzer Stoffstücke im Einzelverkaufe würde es von Vortheil sein, wenn der Verkäufer sich schnell und ohne erst den Rest des Stückes abzuwickeln und nachmessen zu müssen, Gewiſsheit über die Länge des vorhandenen Restes verschaffen könnte. Wenn an einem Rande des Gewebestückes in bestimmten gleichen Abschnitten Zahlen aufgedruckt wären, welche immer die Länge des Gewebes vom inneren Ende des Stückes aus angeben, so würde man durch Abwickeln des Theiles bis zur nächsten sichtbaren Zahl sofort die noch vorhandene Länge des Restes kennen und es lieſse sich mit wenig Mühe der jeweilige Bestand des Lagers feststellen und die Neubestellungen danach treffen.

In England werden neuerdings Meſsmaschinen für Gewebe gebaut, welche auch in gleichen Zwischenräumen (z.B. 5 Yards) an dem Geweberande mit Nummern die Zahl der jedesmal bis dahin gemessenen Längeneinheiten aufdrucken, so daſs, wenn das Gewebe dann aufgewickelt wird, die oben geforderte Bedingung erfüllt ist. Eine solche Maschine von James Farmer und Söhne in Salford war auf der vorjährigen Textilindustrie-Ausstellung in London in Thätigkeit.

Das einfache oder doppelt zusammengelegte Gewebe wird auf der Farmer'schen Maschine über eine Meſswalze von genauem Durchmesser geleitet und wird von letzterer eine auf ihrer Achse entsprechend der Breite des Gewebes zu verschiebende Rolle getrieben, über welche die zu einer Kette verbundenen Zahlentypen (5, 10, 15 u.s.f.) geführt werden. Die Typenkette wird dann immer nach der entsprechenden Zahl Umdrehungen der Meſswalze von der Rolle um ein Glied mitgenommen. Die Typen erhalten zuvor die Farbe zum Abdrucken an das Gewebe von einer mit Tuch bezogenen Rolle, welche die Farbe aufgesaugt enthält und, einmal getränkt, einen Monat lang genügen soll. Die Geschwindigkeit der druckenden Type bei der Bewegung der Typenkette ist |329| gleich der Umfangsgeschwindigkeit der Meſswalze, so daſs ein sehr reiner Abdruck erzielt wird. Man hat nun mit verschiedener Farbe getränkte Tuchrollen entsprechend den verschieden vorkommenden Gewebefarben, die dann nach Bedarf eingelegt werden. Nach dem Messen eines Stückes muſs die Typenkette immer wieder auf Null zurückgestellt werden und kann man mit der neuen Einrichtung dann auch die gemessene Länge an der letzten aufgedrückten Zahl ersehen, so daſs also keine Fehler mehr wie bei den gewöhnlichen Meſsmaschinen durch unrichtiges Niederschreiben der von dem Zeiger des Zählwerkes angegebenen Länge vorkommen können. (Vgl. auch Textile Manufacturer, 1884 * S. 136.)

Eine andere mit einer solchen Druckvorrichtung verbundene Meſs- und Legemaschine wird a. a. O. 1884 * S. 181 von J. H. Riley und Comp. in Bury gebaut. Die Typen sind dabei an einem Cylinder angebracht, welcher immer nach einer abgemessenen Länge von 2 Fuſs engl. um eine Type weiter gedreht wird. Das Gewebe wird von einem endlosen Tuche schräg in die Höhe geführt, erhält dabei die nöthige Spannung, wird dann durch die Umdrehungen der oberen Bewegungswalze für das endlose Tuch gemessen und gleichzeitig an derselben Walze mit den Zahlen bedruckt. Die Druckfarbe befindet sich in einem Troge, aus welchem sie durch eine Tuchrolle an den Typencylinder übertragen wird.

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